Winterwandern, Schlittenfahren, Rodeln: Ausrüstung (+ Tourentipp im Bayerischen Wald)

Schlitten für Familien

Winterwandern, Schlittenfahren, Rodeln: Das ist die perfekte Ourdoor-Kombination für Familien im Winterurlaub jenseits der Pisten. Wichtig ist allerdings die richtige Ausrüstung. Wir waren inzwischen schon an den verschiedensten Orten Winterwandern und Rodeln. Eine der schönsten Kombi-Touren führt im Bayerischen Wald auf den einzigartigen Gipfel des Lusen – und mit Highspeed wieder runter. Diesen Tourentipp (und weitere) gibt es hier zusätzlich zu unseren Tipps zur Ausrüstung fürs Schlittenfahren mit Kindern.

Die richtige Kinderkleidung beim Winterwandern und Schlittenfahren / Rodeln

Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. An diesem Spruch ist wirklich was dran. Gerade im Winter ist gute (!) Outdoorkleidung wichtig, wenn ihr mit Kids viel draußen sein wollt.

Gute Winterkleidung für Kinder ist warm, wasserdicht, atmungsaktiv und nach dem Zweibelprinzip aufgebaut. Die unterste Schicht bildet Skiunterwäsche. Wir sind mit der Thermo-Unterwäsche für Kids von Odlo* sehr zufrieden. Darüber kommen an kalten Tagen ein dünner Pulli und eine leichte Fleecejacke. Ist es nicht ganz so kalt, wähle ich stattdessen einen Sweater. Auch an den Beinen entfällt eine normale Hose oder Sporthose, wenn es nicht so eisig ist. Dann kommt über den Thermo-Longjohn direkt die Schneehose. Die kaufe ihr ehrlich gesagt meist möglichst günstig, weil sie ohnehin höchstens eine Woche zum Einsatz kommen, bevor sie zu klein sind.

Beim Anorak dagegen lege ich Wert auf Qualität. Der Neueste ist eine Drei-in-Eins-Jacke von Mc Kinley* mit wattierter Innenjacke und gefütterter Hardshelljacke außen. Das erlaubt noch einmal mehr das Zwiebelprinzip, eine Schicht abzuwerfen, wenn es bei viel Action zu warm wird.

Wichtig sind aber gute, wasserdichte Winterstiefel, zum Beispiel von Kamik* mit dicken Wollsocken oder Skisocken. Denn wenn die Füße erst einmal kalt oder nass sind, lässt die Erkältung meist nicht lange auf sich warten.

Kind in Winterkleidung im Schnee beim Rodeln

Ausrüstung zum Winterwandern für Eltern

Ich selbst habe ein bewährtes Standard-Outfit zum Winterwandern, Schlittenfahren, Rodeln: Schneestiefel von Puma* mit griffigem Profil und warmem Futter, Thermounterwäsche* und eine wasserabweisende Softshellhose von North Face* mit angerauter Innenseite. Meine Hose hat unten Zipper, so dass ich sie zuziehen kann. Das ist beim Schlittenfahren ganz praktisch, weil sonst beim Bremsen leicht der Schnee von unten hineinfliegt. Das neue Modell ist am Beinabschluss eng geschnitten.

Meine Winterjacke ist derzeit eine etwas längere 3-in-1-Jacke von Columbia*. Sie besteht aus einer wattierten Innenjacke mit wärmespiegelndem Isolierfutter und einer gefütterten Hardshell-Außenjacke mit abknöpfbarer Kapuze. Sie begleitet mich von Oktober bis April und ich hoffe, sie hält noch lange.

Selbstredend solltet ihr auch an Handschuhe, Schal und Mütze  für Groß und Klein denken. Statt Schal und Mütze nutze ich an sehr kalten Tagen eine Fleece-Sturmhaube. Nicht vergessen solltet ihr den Sonnenschutz*. Denn der Schnee verstärkt die Sonnenstrahlung. So besteht bei einem ganzen Tag draußen in den Bergen auch im Winter erhöhte Sonnenbrandgefahr.

Jugendherberge Waldhäuser Nationalpark Bayerischer Wald - Winterwanderwege

Herzstück der Ausrüstung zum Rodeln mit Kindern: Der Schlitten

In den meisten Wintersportgebieten könnt ihr problemlos einen Schlitten leihen. Kinderfreundliche Unterkünfte bieten Leihrodel oft kostenlos an, so unsere Erfahrung in der Jugendherberge Waldhäuser im Bayerischen Wald, aber auch im Reka-Feriendorf Urnäsch in der Schweiz.

Welcher Schlitten für welche Familie

Wenn ihr euch selbst einen Schlitten für Touren zum Winterwandern, Schlittenfahren, Rodeln anschaffen wollt, dann rate ich sehr zu einem massiven Holzschlitten. Die Investition lohnt sich vor allem dann, wenn eure Kinder noch etwas kleiner sind.

Ein Holzschlitten ist zwar bergauf etwas schwerer zu ziehen als ein Plastikrodel. Aber mal abgesehen davon, dass Holz umweltfreundlicher als Plastik ist, kippt ein Holzrodel viel weniger leicht als ein Plastikschlitten. Man sitzt darauf auch wärmer als auf Plastik. Außerdem ist ein Holzrodel länger haltbar – etwas Pflege vorausgesetzt.

Es gibt eine große Bandbreite an Holzschlitten. Grundsätzlich habt ihr die Wahl zwischen zwei verschiedenen Modellen: einem Hörnerschlitten* oder dem Klassiker Davos. Hörnerschlitten bieten ein kleines weiteres Plus an Standfestigkeit, doch meines Erachtens ist es vor allem Geschmackssache, welches Modell ihr bevorzugt.

Von beiden Modellen werden sehr viele verschiedene Ausführungen angeboten. Es gibt sie in kurz für ein Kind allein und in lang als Familienrodel. Auch als Klappschlitten* werden sie angeboten. Das spart Platz beim Transport, geht aber leicht zulasten der Stabilität. Qualität spiegelt sich bei allen Modellen meist unmittelbar im Preis. Ab etwa 50 Euro kann man aber einen vernünftigen Holzschlitten* zum Rodeln bekommen.

So pflegt ihr euren Schlitten

  • Vor dem ersten Rodeln solltet ihr (jedes Jahr) die Kufen einfetten. Freunde von mir schwören dazu auf Speckschwarte. Margarine oder Pflanzenöl tun es aber auch.
  • Nach dem Schlittenfahren den Schnee abklopfen und den Rodel abtrocknen.
  • Gut ist ein trockener Lagerplatz mit ausgeglichenen Temperaturen, denn Holz arbeitet.

Schlitten für Familien

Das kommt beim Winterwandern und Schlittenfahren mit

Mit eurem Holzschlitten habt ihr schon mal eure mobile Picknickbank für unterwegs dabei. Warm halten könnt ihr euch mit einer Thermosflasche* Tee oder Kinderpunsch. Knabbereien, Müsliriegel und Trockenobst sind leicht und stillen den kleinen Hunger zwischendurch. Belegte Brötchen transportiere ich in einer Brotbox. Ein Stück Schokolade darf beim Winterwandern und Schlittenfahren auch nicht fehlen. Das hebt die Laune, wenn das Energie-Level der Kinder sinkt.

In meinem Rucksack* sind beim Winterwandern, Schlittenfahren oder Rodeln auch immer zwei Paar große Stricksocken – nicht weil ich nasse Füße fürchte, sondern für den Fall, dass wir über vereiste Wege laufen müssen. Socken über den Schuhen geben dann Halt, und sie wiegen nicht viel. Professioneller bereitet ihr euch für diese Situation mit Steigeisen, Grödeln oder Mini-Spikes* vor.

Sommers wie winters beim Wandern dabei ist mein kleines Notfallset von Tatonka* und eine Rettungsdecke*. Die kann überlebenswichtig werden, falls wir tatsächlich mal länger draußen festsitzen sollten.

Weil die Tage im Winter so kurz sind, nehme ich außerdem eine Stirnlampe* mit, für den Fall, dass sich das Kind gar nicht vom Schlittenfahren losreisen kann und wir den Rückweg im Dunkeln bewältigen müssen. Packt am besten auch für eure Kinder Stirn- oder Taschenlampen* ein, denn sie werden sich darum reißen. 😉

Echten Frostbeulen sei noch ein Taschenwärmer* empfohlen. Der ist besonders dann gut, wenn ihr selbst euch nicht sehr viel bewegt, weil die Kids gerade die gleiche Schlittenpiste zum zehnten Mal heruntersausen – oder für die Kids, wenn sie sich von euch den Berg hochziehen lassen 😉

Übrigens: Auch euer Handy und eure Kamera solltet ihr gegen Kälte schützen, oder euch darauf vorbereiten, dass der Akku bei niedrigen Temperaturen deutlich kürzer hält. Für die Kamera habe ich deshalb einen Austausch-Akku dabei. Für das Handy nehme ich sicherheitshalber eine Powerbank* mit, weil ich es mit Wander-App (Komoot oder maps.me) auch zur Orientierung beim Wandern benutze.

Wegweiser für Winterwanderwege im Bayerischen Wald

Packliste für den Tagesrucksack beim Winterwandern und Schlittenfahren

  • Thermoskanne mit Tee
  • Brotbox
  • Knabbereien, Müsliriegel, Schokolade
  • Sonnenbrille
  • Taschentücher
  • Große Socken oder Steigeisen
  • Handy mit Powerbank
  • Kamera mit Ersatz-Akku
  • Notfallset
  • Aludecke
  • Stirnlampe
  • ggf. Taschenwärmer

Thermoskanne, Brotbox, Rucksack, Schlitten: Ausrüstung zum Winterwandern, Rodeln und Schlittenfahren mit Kindern

Schlittenfahren im Nationalpark Bayerischer Wald

Eine der schönsten Wander-Rodel-Touren mit Kindern ist die Winterwander-Route zum Lusengipfel! Der Gipfel ist im Sommer über die sogenannte Himmelsleiter mitten durchs Felsenblockmeer erreichbar. Im Winter wird von diesem Weg dringend abgeraten. Zu groß ist die Gefahr, dass Schneeverwehungen Felsspalten verdecken. Doch es gibt eine wundervolle Alternative bei der ihr Winterwandern und Schlittenfahren im Bayerischen Wald kombinieren könnt.

Der im Sommer relativ langweilige Aufstieg auf den Lusen über die Wirtschaftsstraße wird im Winter witzig, weil ihr immer wieder rodeln könnt. Vor allem auf dem Rückweg geht es weite Strecken bergab. Ein Schlitten sollte bei dieser Tour also unbedingt mit. Dann seid ihr nicht nur wesentlich schneller, sondern habt auch richtig viel Spaß. Und wenn die Kids unterwegs schlapp machen, dann könnt ihr sie einfach ein Stück ziehen.

Schlittenfahren Rodeln am Lusen im Bayerischen Wald

Bayerischer Wald: Winterwandern zum Lusen Schutzhaus

Der breite, offene Weg startet als geräumter Winterwanderweg am oberen Parkplatz von Waldhäuser mit einem leichten, aber stetigen Anstieg. Er führt durch die Kernzone des Nationalparks Bayerischer Wald. Der Wald im ältesten deutschen Nationalpark ist wild. Schon bald tauchen die typischen abgestorbenen Fichten am Wegrand auf. Zwischendurch geht es ein längeres Stück sanft bergab. Diese Gelegenheit nutzen wir gleich für die erste Schlittenpartie bei unserer Winterwanderung.

Unten an der Schutzhütte Waldhausreibe wendet sich der Weg nach links und steigt jetzt enger und steiler durch dichteren Wald an. Hier kommt man auch an kalten Wintertagen ins Schwitzen. Rund 300 Höhenmeter sind auf der gesamten vier Kilometer langen Winterwanderstrecke von Waldhäuser zum Lusen-Gipfel zu bewältigen.

Es dauert etwas, bis sich der Wald lichtet und nach rechts hinab einen weiten Blick über die Bergketten des südlichen Bayerwaldes bis ins österreichische Waldviertel freigibt. Nach einer Kehre kommt das bewirtschaftete Lusenhaus in Sicht: Unser Ziel beim Winterwandern im Bayerischen Wald.

Nationalpark Bayerischer Wald - Aufstieg zum Lusen auf dem Winterwanderweg

Nur für Erwachsene: Gipfelkreuz mit Aussicht

Ich mache diesen Ausflug gemeinsam mit meinem Sohn (damals 8) und einer anderen alleinerziehenden Mama mit ihrer Tochter (ebenfalls 8). Mit ihr habe ich das Interview über Work and Travel in Südamerika mit Kind geführt. Am Lusenschutzhaus streiken die Kinder. Sie ziehen eine Schneeballschlacht dem Gipfelaufstieg vor, obwohl es vom Schutzhaus zum Gipfelkreuz höchstens 100 Meter sind. Doch die haben es – jedenfalls an diesem Tag – in sich.

Nach einem kurzen, steilen Anstieg pfeift uns urplötzlich ein eisiger Wind scharf um die Ohren. Wir vermummen uns komplett, bis auf die Augen und fühlen uns wie auf einer Hochgebirgsexpedition in der Arktis.

Am Gipfelkreuz ist der Schnee festgefroren – ein bizarrer Anblick vor dem schneebedeckten Felsenmeer. In weiter Ferne sehen wir die anderen Gipfel im Bayerischen Wald: Rachel, Falkenstein und Arber. Würden wir noch einige hundert Meter weiter gehen, wären wir schon im tschechischen Nationalpark Sumava. Der Ausblick und das Gipfelerlebnis sind für uns Erwachsene eine fette Belohnung beim Winterwandern im Nationalpark Bayerischer Wald.

Lusengipfel im Winter mit Blockmeer

Einkehr im Lusen-Schutzhaus

Nach dem Gipfelaufstieg müssen wir uns dringend aufwärmen, und die Kids haben sich eine Brotzeit verdient. Doch das Lusen-Schutzhaus platzt an diesem sonnigen Wintertag zwischen Weihnachten und Silvester aus allen Nähten.

Die Leute stehen mit ihren Getränken sogar draußen auf der verschneiten Terrasse. Manche sind – typisch bayerisch – beim Weißbier, andere ziehen Grog und Glühwein vor. Dazu gibt es deftige Speisen, wie Leberknödelsuppe, aber auch Kuchen. Darauf fällt unsere Wahl.

Wir stehen lange Schlange, bis wir bestellen können und finden nur noch auf der Kaminbank Sitzplätze. Es ist eigentlich zu eng für uns vier. Ein Tisch fehlt auch. Aber wenigstens ist es schön warm.

Kaminbank im Lusenschutzhaus beim Winterwandern und Rodeln im Bayerischen Wald

Rodeln im Bayerischen Wald mit Kindern

Dann wollen die Kids Schlittenfahren. Und jetzt geht es voll ab beim Winterwandern und Schlittenfahren im Bayerischen Wald! Erst die Abfahrt zeigt, wie steil der Anstieg war. Ich kann den Schlitten kaum bremsen.

Wir fliegen gleich aus der ersten Kurve. Macht nichts. Denn wir landen im weichen Schnee, steigen wieder auf und fahren weiter. In einem Affenzahn geht es auf die Gerade. Der Junior jubelt vor Vergnügen. Dagegen wird mir fast schlecht vor Angst, dass wir mit den entgegenkommenden Wanderern zusammenstoßen.

Irgendwann steige ich ab, und lasse meinen Sohn in seinem halsbrecherischen Tempo allein weiter rasen. Wahrscheinlich bin ich einfach eine Memme, was rasante Schlittenabfahrten betrifft. Denn auch unsere beiden Mit-Ausflüglerinnen sind schon weit voraus.

Am steilsten Stück im schönen Mischwald mit Bergahorn und Buchen hole ich die anderen ein. Sie sind wieder auf dem Weg nach oben. Eine Wiederholung muss her. Die Kids sind fit und motiviert genug, um den Aufstieg nochmal zu machen, damit sie nochmal herunter rodeln können. Und danach fahre auch ich wieder mit. Was für ein Spaß!

Schlittenfahren oder Rodeln mit Kinder im Bayerischer Wald

Was geht außer Winterwandern und Schlittenfahren im Bayerischen Wald mit Kindern

Diese Tagestour zum Lusen-Gipfel ist definitiv mein Lieblingsausflug im Bayerischen Wald mit Kindern. Aber es gibt noch viele andere schöne Touren zum Winterwandern und Schlittenfahren im Bayerischen Wald. Eine große Auswahl findet ihr auf der Homepage der Tourismuszentrale Bayerischer Wald. In einem weiteren Beitrag habe ich euch fünf tolle Ausflugsziele für den Nationalpark Bayerischer Wald im Winter mit Kindern zusammengestellt.

Weitere Touren-Tipps zum Winterwandern und Schlittenfahren

Auch im Fichtelgebirge sind schon wir mehrfach zum Winterwandern und Schlittenfahren losgezogen. Ein Klassiker ist die Tour zur Kösseine. Auch schön: Die Schlittenpiste an der Luisenburg. Beide Touren und eine Langlaufrunde beschreibe ich in meinem Beitrag Ab gehts im Winter mit Kindern im Fichtelgebirge.

Am Achensee waren wir zwar vor allem Langlaufen, aber zweimal auch Winterwandern und Schlittenfahren. Die Tipps dazu findet ihr in meinem Beitrag über den Achensee im Winter.

Auch im Appenzellerland sind wir im Winterurlaub mit dem Rodel zum Wandern losgezogen. Besonders schön fanden wir dafür den Laternliweg bei Urnäsch. Hier gibts mehr zum Wandern und Schlitteln im Appenzellerland.

 

* Mit Stern gekennzeichnte Links führen zu Affiliate-Partnern. Sie zahlen mir eine kleine Provision, wenn ihr über diese Links dort bestellt. Das kann nach deutschem Recht als Werbung gelten. Für die Erstellung des Beitrags ist kein Geld geflossen.

4 Kommentare

  1. Liebe Angela, du hast gerade so eine Sehnsucht nach Winterurlaub bei mir ausgelöst….Da ist es umso schlimmer, dass wir unseren geplanten Winter-Urlaub in Bayern dieses Jahr wohl vergessen können.

    • Oh ja, Birgitta!
      Da hast du recht. Für uns, die wir nördlich des Weißwurst-Äquators und weit weg von jeglichen nennenswerten Bergen wohnen, bleibt so ein richtiger Winter in dieser Saison wohl leider ein Traum – aber immerhin ein schöner 😉
      Liebe Grüße
      Angela

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.