Die Blogparade gegen Fernweh: Ich will wieder nach … Patagonien!

Lago Panguipulli

Fernweh! Diese Sehnsucht nach der Ferne kann während der Corona-Pandemie wirklich weh tun. Denn wir können sie nur schwer stillen. Ab und zu erwischt es mich. Anfallsartig. Und fast immer sind es Ziele, die ich schon bereist habe, mit denen ich aber noch nicht fertig bin. Dann zieht es mich mit Macht zurück nach … Südafrika, Jordanien und ganz besonders immer wieder nach Patagonien. An die Südspitze des amerikanischen Kontinents habe ich mein Herz schon 2007 verloren. Wo zieht es euch immer wieder hin und warum? Verratet es mir bei dieser Blogparade!

Fernweh nach Patagonien

Fernweh! Bin ich denn allein mit diesen Anfällen? Manchmal braucht es nur einen kleinen Auslöser, und schon schnürt es mir das Herz zusammen. Ich will wieder in die Ferne schweifen. Und am liebsten will ich wieder nach Patagonien. Völlig undenkbar in Corona Zeiten. Und dennoch ist der Wunsch, der Traum, die Sehnsucht da.

Patagonien hat mich schon fasziniert, bevor ich es bereist habe. Seit ich 2007 zum ersten Mal dort war, hat es mich nicht mehr losgelassen. Ich bin 2008 und 2009 wieder hingereist. Und das wäre wohl auch 2010 so gewesen, wenn dann nicht mein Sohn zur Welt gekommen wäre.

Seitdem war ich nicht mehr dort, weil es wohl kaum eine Gegend der Welt gibt, die die Geduld von Kindern beim Reisen so hart auf die Probe stellt wie die argentinische Pampa. Und doch zieht es mich immer wieder hin. Jetzt ist der Junior schon 11 Jahre. Da würde ich ihm die Reise zutrauen. Ich würde so unglaublich gern mal wieder nach Patagonien. Aber das ist momentan einfach nicht drin.

Pinguine bei Punta Arenas

Pferde in der Pampa vor Vulkan

Guanakos auf der Halbinsel Valdes

Pinguine bei Punta Arenas, halbwilde Pferde in der Pampa oder Guanakos auf der Halbinsel Valdes: Patagoniens Tierwelt ist etwas ganz Besonderes.

Fernweh – Was ist das? Definition, Ursachen, Symptome

Auf eine Weise erdet mich diese Pandemie ungeheuer. Ich denke, ich bin nicht die einzige, die durch die Einschränkungen plötzlich in eine Situation kommt, die für viele Menschen mit weniger Geld auch jenseits von Corona Alltag ist. Ziele in der Ferne sind derzeit einfach nicht erreichbar. Das dürfte für die meisten Menschen auf dieser Welt der Normalzustand sein, weil ihnen schlicht die Ressourcen dafür fehlen. Für mich ist es ein echter Ausnahmezustand.

Fernweh wird oft beschrieben als der Wunsch, vertraute Verhältnisse zu verlassen. Die Definition im Duden erklärt Fernweh simpel als Sehnsucht nach der Ferne. Viele Reiseblogger bezeichnen Fernweh als Krankheit. Ein anerkanntes Krankheitsbild ist Fernweh in der Psychologie aber nicht. Deshalb sind Ursachen und Symptome äußerst subjektiv und sehr verschieden ausgeprägt. Klar ist aber, dass Fernweh während Corona bei vielen gewaltig zugenommen haben dürfte.

Die Pandemie hat Fernreisen vorerst ins Reich der Träume verschoben. Diese Reiseträume pflege und hege ich weiter. Sie gelten oft Gegenden, die ich noch nicht kenne. Island zum Beispiel, von dem ich vermute, dass es Patagonien in Teilen ähnelt. Auf der Liste stehen aber auch Norwegen, die britischen Inseln, der Norden Frankreichs und Rumänien, … Meine Bucketlist für Reisen im Camper in Europa ist noch sehr lang.

Im Torres del Paine Nationalpark

 

Carreterra Austral

Happy Places in der Ferne: Chiles Torres del Paine Nationalpark, das bunte Viertel La Boca in Buenos Aires und die Traumstraße Carreterra Austral

Wenn die Gedanken in die Ferne schweifen

Dennoch gibt es Reiseziele in der Ferne, an die es mich immer wieder mal zurückzieht. Diese Orte oder Landstriche sind ein Teil von mir geworden. Seelenorte. Sehnsuchtsorte.

Zum Beispiel Jordanien: Am Toten Meer und in der Wüste Wadi Rum habe ich mich auf Anhieb wie zuhause gefühlt. Wir waren aber nicht im Norden des Landes und nicht am Roten Meer. Außerdem haben wir Jordanien im Herbst bereist. Im Frühling soll es um Längen schöner sein.

Oder Südafrika: Der Reiseplan für die nächsten drei Wochen rund ums Kap der guten Hoffnung stand schon am Ende unserer ersten Südafrika-Reise mit Kindern fest. Die Pflanzen- und Tierwelt ist dort einfach faszinierend.

Dann ist da noch Kuba: Ich habe einmal Havanna und den Westen und später den Nordosten von Kuba mit Kleinkind bereist. Neugierig bin ich noch immer auf Santiago und die geschichtsträchtige Region im Südosten dieser besonderen Karibikinsel.

Und natürlich die USA: Unsere USA-Wohnmobiltour durch den Südwesten hat nicht nur Lust auf mehr Wohnmobil, sondern auch Lust auf mehr USA gemacht. Es gibt im Südwesten noch einige Wüsten-Naturparks für uns zu entdecken. Und davon träumt auch der Junior. Der würde nächstes Mal gern im kleinen 4×4-Camper durch die Wüste brettern.

Von Ecuador habe ich nur das Hochland gesehen, nicht aber das Amazonas-Tiefland, die Küste oder die Galapagos-Inseln. In Costa Rica habe ich mir den Nordwesten aufgespart, weil ich den mal auf dem Weg nach Nicaragua besuchen wollte …

Pampa am Abend

Bosque Petrificado argentino

Cerro Fitz Roy Massiv

Landschaften wie im Traum wecken mein Fernweh nach Patagonien, sei es die stille Pampa am Abend, der Versteinerte Wald oder das Fitz Roy Massiv in Argentinien.

Wie ich mein Reise-Herz an Patagonien verloren habe

Bei fast allen diesen Reisezielen ist es ok, dass sie noch warten müssen. Nur wenn ich an Patagonien denke, bekomme ich Fernweh ohne Ende. Dann kribbelt es mir in den Füßen, ich ertappe mich dabei nach einem Flug Ticket zu suchen, und der Rucksack ist in Gedanken schon halb gepackt. Vom Fernweh nach Patagonien zieht sich mein Reise-Herz regelrecht zusammen. Wenn Fernweh eine Heimat hat, wie es heißt, dann ist mein Fernweh in Patagonien zuhause. Vielleicht gilt hier der Spruch: “Desto weiter ich reise, desto näher komme ich an mich heran.“

Meine erste Reise nach Patagonien war die erste Gruppenreise in meinem Leben. Ich hatte alles Gepäck in einen Rucksack gepackt, damit ich mich notfalls allein weiter bewegen könnte, wenn ich mit dieser Art zu reisen gar nicht klar komme. Die Sorgen waren komplett unbegründet. Wahrscheinlich reisen nach Patagonien nur coole Leute – auch mit Gruppen.

Ich habe zweimal in Argentinien und Chile Weihnachten, Silvester und meinen Geburtstag gefeiert. Heiligabend am Feuer in einer traditionellen Ruka der Mapuche, Silvester in Buenos Aires und meine Geburtstage am Perrito Moreno Gletscher und im Bosque Petrificado sind unvergessen. Einen festen Platz in meinem Gedächtnis haben aber auch die unwirklichen Farben im Torres del Peine Nationalpark, die unglaublich stille Nacht in der Pampa, der wahnsinnige Wind am Grey-Gletschersee und noch so viel mehr.

Ich habe die Vulkane, Fjorde, Urwälder, Gletscher und Berge in Chile ebenso geliebt wie die endlos weite argentinische Pampa. Ich wollte gar nicht mehr weg. Und jedes Mal wenn ich danach in Santiago oder Buenos Aires gelandet bin, war es wie nach Hause kommen. Dabei kenne ich soviel vom Süden Chiles und Argentiniens noch gar nicht. Vor allem den äußersten Süden und Feuerland will ich noch erkunden. Außerdem träume ich von einer Anden-Traverse in der Vulkan-Region.

Fernweh nach der Pampa

Wasserfall am Vulkan Osorno

Alles im Fluss: Aktive Vulkane (hier der chilenische Osorno) verändern die Region immer wieder gründlich.

Was tun gegen Fernweh zuhause?

Wenn mich das Fernweh packt, dann stöbere ich gern in anderen Reiseblogs. Ich schaue Reisereportagen im Fernsehen, blättere durch meine Atlanten und schmiede für alle Ferien dieses Jahres mindestens fünf Pläne, um mein Fernweh zu lindern.

Gegen mein Patagonien-Fernweh sehe ich mir meine Fotos von den Reisen dorthin an und lege dazu Musik auf, die ich von dort mitgebracht habe. Das Spektrum reicht von den Liedern des Latino-Schlager-Stars Juanez über das atmosphärisch einmalige Life-Album der Ethno-Band Mana bis zum mitreißenden Groove des Bajofondo Tangoclub. Dann tanze ich durch die Bude und versuche mein Fernweh abzuschütteln. Ich bin überzeugt, es hilft, sich auf den Schmerz einzulassen, um ihn zu heilen – ganz im Sinn der altgrieichischen Katharsis.

Unser Fernweh nach Jordanien stillen mein Sohn und ich regelmäßig in der Küche: Denn Fernweh geht durch den Magen, so einer der vielen Sprüche über Fernweh. Gegen Jordanien-Fernweh hilft uns Fladenbrot mit Hummus und honigsüßer Salbei-Tee.

In gewisser Weise ist auch diese Blogparade ein Versuch, das drängende Fernweh zu bekämpfen. Schließlich habe ich mich dafür einmal durch meine Patagonien Bilder gewühlt und außerdem gilt doch: Geteiltes Fernweh ist halbes Fernweh, oder? Ich bin mir fast sicher, dass ich mein Patagonien-Fernweh leichter verdauen kann, wenn ich weiß, dass ihr ähnliche  Symptome kennt, wenn auch wahrscheinlich mit anderen Zielen.

Fernweh nach dem Perrito Moreno Gletscher

Perrito Moreno Gletscher

Unvergesslich: Geburtstag am Perrito Moreno Gletscher.

Die Blogparade gegen Fernweh

Deshalb will ich unser aller Fernweh in dieser Blogparade einfangen. Macht ihr mit? Dann schreibt auf eurem Blog einen Beitrag über ein oder mehrere Reiseziele in der Ferne, an die es euch immer wieder zieht. Mit welchem Reiseziel in der Ferne habt ihr noch eine Rechnung offen? Wohin auf der Welt wollt ihr schon lange zurückkehren? An welches Stückchen Erde habt ihr euer Reise-Herz verloren? Oder habt ihr schlicht Fernweh nach Meer, den Bergen oder der Wüste?

Wie auch immer ihr den Satz “Ich will wieder nach … ” zu Ende bringt – euer Beitrag sollte folgende Fragen beantworten:

  • Welche Erinnerungen verbindet ihr mit eurem Fernweh-Ziel?
  • Was hat euch dort so fasziniert oder begeistert, dass ihr unbedingt wieder hinwollt?
  • Wie stillt ihr euer Fernweh nach diesem Sehnsuchtsziel zuhause?
  • Was habt ihr dort bei eurer nächsten Reise vor?

Teilnehmen können alle thematisch passenden Beiträge mit mindestens 500 Wörtern aus den Jahren 2020 und 2021, die bis 15. März 2021 erscheinen und auf diese Blogparade verlinken. Bitte hinterlasst mir hier einen Kommentar, damit ich eure Beiträge nicht übersehe.

Ihr habt keinen eigenen Blog, wollt aber dennoch eure Sehnsucht nach der Ferne mit uns teilen? Dann beantwortet die fünf Fragen einfach direkt hier in einem Kommentar oder schickt eure Antworten per Mail an blog(at)unterwegsmitkind.com. Wenn ihr Fotos mitschickt, kann ich sie für euch hier im Blog veröffentlichen.

Alle Beiträge fasse ich am Ende zu einem geballten Rundumschlag gegen Fernweh zusammen. Nach Möglichkeit werde ich sie auch auf meiner Facebook-Seite teilen. Ich hoffe, es entsteht eine richtig schöne Sammlung von Sehnsuchtszielen zum Fernweh stillen zuhause. Ich bin sicher, sie hilft mir gegen mein Fernweh, und wer weiß: Vielleicht wird sie sogar zur Inspirationsquelle und Bucketlist für die Zeit nach der Pandemie…

 

44 Kommentare

  1. Moin,

    vor 2 Wochen habe ich mein altes “Australien-Video” gerade erst sehnsüchtig geschaut, da passt der Beitrag wirklich perfekt 😀

    Grundsätzlich tolle Idee, bei der ich gerne dabei bin. Ich wollte schon lange mal wieder einen etwas persönlicheren Beitrag auf meinem Blog schreiben (aktuell ist sehr viel informationsschwerer Content zu finden). Da kommt das ganz gelegen! Danke für die Inspiration 🙂

    Liebe Grüße

  2. Liebe Angela,

    ich habe auch so furchtbares Fernweh und weiß kaum, wo ich mit Lieblingszielen anfangen will. Würde gerne wieder Singapur sehen, da war ich damals viel zu kurz für diese tolle Stadt.

    Liebe Grüße
    Renate

    • Vielen lieben Dank für deinen Beitrag, liebe Tatjana! Ein Foto kann ich für die Zusammenfassung noch gut gebrauchen. Das Texten übernehme ich.
      Liebe Grüße
      Angela

  3. Liebe Angela,
    was für eine tolle Idee. Wir leiden hier gerade in den letzten Wochen ganz schlimm an Fernweh. Wir machen gerne mit. Den Artikel muss ich allerdings erst noch schreiben.

  4. Hi Angela 🙂 soeben ging eine Mail mit einem Link zu unserem Beitrag zur Blogparade an dich raus zum Thema Indien mit einem Bild aus dem südlichen Landesteil. Wir freuen uns sehr!
    Grüße in die Ferne, Christian
    Reiseblog ExploreGlobal

    • Liebe Sanne! Danke für deinen schönen Beitrag! Diese Ecke von Kanada steht schon auf meiner Bucketlist, wenn Reisen mal wieder ohne Einschränkungen möglich sein wird.
      Liebe Grüße
      Angela

    • Liebe Kasia,
      vielen Dank für deinen schönen Beitrag! So wie es dir mit Bonaire geht, so geht es mir mit Korsika – nur dass das leider schon viel zu viele kennen 😉

      Liebe Grüße
      Gela

    • Liebe Kathleen,
      wie schön, dass du dabei bist! Danke für deinen tollen Beitrag. Mir geht es inzwischen schon quasi genauso 😉
      Liebe Grüße
      Angela

    • Ich will auch weg, Gabriela!
      Aber es gibt doch bei diesem Schietwetter kaum etwas besseres als in Urlaubsfotos zu stöbern… 😉
      Vielen Dank für deinen Beitrag und
      liebe Grüße
      Gela

    • Wunderbar! Dann hat die Blogparade ja schon ein Ziel erreicht. Schön, dass du dabei bist.
      Lieben Dank und liebe Grüße
      Angela

    • Ui wie cool! Usbekistan ist eines der Länder, die ich unbedingt noch kennenlernen will. Dafür würde ich Patagonien doch tatsächlich hinteran stellen 😉

      Danke für deinen Beitrag und
      ganz liebe Grüße
      Gela

    • Liebe Ina,
      schön, dass du noch dabei bist. Ein Tag macht gar nichts. Ich bin mit der Zusammenfassung auch noch nicht so weit …
      Vielen lieben Dank und sonnige Grüße
      Angela

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