Panama mit Kindern: Darum lohnt es sich doch

Oh wie schön ist Panama! Den Kinderbuchklassiker kennt wohl jede Familie. Doch das Land selbst lernen nur die wenigsten kennen. Wer mit Kindern nach Mittelamerika reist, wählt meist Costa Rica als etabliertes Familienreiseziel. Doch Panama steht seinem Nachbarland als Familienreiseziel bei Stränden und Naturerlebnissen in nichts nach. Warum sich eine Familienreise nach Panama lohnt, erfahrt ihr hier.

Bei meinen Life-Berichten vor Ort habe ich ziemlich viel über Panama geschimpft. Unfreundliches Hotelpersonal am Anfang, ein korrupter Polizist am Ende und viel Theater mit unseren Spontan-Buchungen haben mir das Land zwischendurch ziemlich verleidet.

Anderthalb Jahre nach unserer dreiwöchigen Mietwagentour durch Panama sehe ich über die Stolpersteine hinweg. Haften bleiben jede Menge schöne Erinnerungen an mitunter richtig abenteuerliche Erlebnisse. Am meisten erstaunt mich, wie viel davon mein kleiner Reisebegleiter noch in Erinnerung hat. Die Highlights unserer Rundreise zu viert mit einer weiteren alleinerziehenden Mama und ihrer Tochter.

Panama City

Eine Familienreise nach Panama City lohnt sich dreifach. Zum ersten wegen der Altstadt. Nicht nur die Lage auf einer Halbinsel direkt an der Pazifikküste ist einfach bezaubernd. Zum zweiten wegen der Uferpromenade, die sich von dort zum Finanzviertel zieht. Hinter dem (leckeren) Seafood-Market beginnt eine Art langgestreckter Park mit Spielplatz und Sportplatz und Blick auf Skyline und Meer. Und zum dritten wegen des Hausbergs Cerro Ancon. An seinem Fuß liegt das Freiluftmuseum Mi Pueblito, das die verschiedenen Lebens- und Baustile von indigenen, afro-karibischen und weißen Bewohnern Panamas zeigt. Zum Gipfel mit Aussicht über die ganze Stadt und den Panama Kanal führt eine kleine Straße durch Urwald.

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Der Panama Kanal

Der unterwegsmitkind-Sohn ist bis heute stolz darauf, dass er dort war. Schließlich zählt der Panama Kanal zu den Weltwundern der Moderne. Wir haben dort noch Bauschiffe erlebt, weil er gerade vertieft wurde, damit auch die nächstgrößere Generation der Ozeanriesen noch hindurch kommt. Doch auch im Normalbetrieb ist ein Besuch an der Miraflores Schleuse ein beeindruckendes Erlebnis. Neben den Manövern der schwimmenden Hochhäuser haben wir uns das Kanal-Museum sehr gern angesehen. In der interaktiven Ausstellung hatten auch die Kids viel Spaß.

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Gamboa Rainforest Ressort

Eine halbstündige Bus- oder Taxifahrt von Panama City entfernt finden wir uns mitten im Urwald wieder. Zwischen Panama Kanal und Rio Chagres liegt das Gamboa Rainforest Ressort – ein Fünf-Sterne-Hotel mit Urwald-Komplett-Programm. Wir leisten uns einen Tagesausflug mit Seilbahnfahrt durch die Baumwipfel und kurzer Urwaldwanderung zu einem Aussichtsturm. Dort sind wir auf Augenhöhe mit einem Faultier. Danach legen wir Schwimmwesten an und brausen ein Stück im kleinen Motorboot über den Kanal vorbei an den Riesenschiffen zum Gatunsee. Greifvögel sitzen in den Ästen, Kapuzineräffchen kommen ans Ufer, als der Motor kurz aus ist.

Weitere Infos: http://www.gamboaresort.com/activities-en.html

Familienreise Panama mit Kindern Gamboa Rainforest Urwald

Die San Blas Inseln

Die absolut abenteuerlichste Bootsfahrt überhaupt bringt uns in das Inselparadies San Blas. Das karibische Archipel zählt zu den weltweit schönsten Inselgruppen. Es gehört zur autonomen panamaischen Provinz San Blas oder Kuna Yala, wie es die Einheimischen nennen. Unzählige palmenbestandene Inseln und Inselchen liegen von Sandstränden gesäumt einige Kilometer vor der Ostküste Panamas. Um die meisten kann man in weniger als einer Stunde einmal komplett herumlaufen. Die Unterkünfte für Touristen sind einfachster Standard – und trotzdem leider teuer, aber für Kinder ein unvergessliches Erlebnis. „Mama, ich möchte mal wieder dahin, wo wir in den Hütten mit dem Sandboden geschlafen haben. Da war es sooooooo schön.“ Das habe ich seit der Reise nicht nur einmal vom unterwegsmitkind-Sohn gehört.

Familienreise Panama mit Kindern Kuna Yala San Blas Inseln

Isla Coiba

Das nächste Inselparadies ist etwas unbekannter und deutlich weniger touristisch als die San Blas Inseln, deshalb aber keinesfalls weniger schön, wie das Titelfoto zu diesem Beitrag zeigt. Die naturgeschützte Isla Coiba und ihre Nachbarinseln im Pazifik sind vom Surfer-Hotspot Santa Catalina als Tagesausflug per Boot erreichbar. Sie sind Schnorchel-, Wander- und Badeparadies zugleich. Wir haben bei unserem Besuch dort auch einen einsamen Campingplatz auf einer der Inseln entdeckt. Der stand in keinem Reiseführer, die Bootstouren-Anbieter in Santa Catalina kennen ihn aber sicherlich. Ganz sicher waren wir uns jedoch nicht, ob wir dort beim nächsten Mal übernachten würden. Denn auf Coiba haben wir am Strand ein ausgewachsenes Salzwasserkrokodil erlebt – absolut unvergesslich (nicht nur) für den unterwegsmitkind-Sohn.

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Santa Fe

In dem vergleichsweise untouristischen Bergdorf Santa Fe herrscht ein wunderbar erfrischendes Klima, das zu Wanderungen einlädt. Allerdings gibt es (noch) nicht viele begehbare Wege. Einige Wasserfälle sind über einen meist extrem schlammigen Weg erreichbar. Wir haben uns das Schlammbad erspart und sind stattdessen nach einer etwas abenteuerlichen Anfahrt über eine sehr holprige Piste trockenen Fußes auf den Hausberg gestiegen. Dort liegt den wenigen Wanderern die Pazifikküste Panamas zu Füßen. Auch schön: Die Wege am Fluß entlang. Und wer mal die Füße hochlegen möchte, kann von der Hängematte aus Vögel beobachten.

Familienreise Panama mit Kindern-Santa Fe

Janson Coffeefarm

Nicht nur in Costa Rica kann man Kaffeetouren machen. In Panama geht das mindestens genauso gut. Der Kaffee ist dort sogar besser. Auf der Janson Coffee Farm im Ort Volcan bei Boquete in der westlichen Provinz Chiriqui wächst die Geisha-Bohne. Sie zählt zu den allerfeinsten Kaffeesorten weltweit und wird auf der Farm selbst konsumreif verarbeitet. Bei einer ganz persönlichen Führung durch die komplette Kaffeeproduktion von der Aufzucht der Pflänzchen, über die Plantage bis zur Reinigung, Trocknung und Röstung versteht Emily Janson es hervorragend, Spaß für die Kinder und Infos für die Erwachsenen richtig zu mischen. „Mama, weißt du noch, wie wir in dem offenen Auto auf der Flugzeugstartebahn fast abgehoben sind?…“ Und danach wandern wir auf dem renaturierten Teil des riesigen Janson-Geländes noch durch den Urwald um die höchstgelegenen Lagunen Panamas.

Mehr Infos: http://www.jansoncoffeefarm.com/coffee-farm/

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Öreba Chocolate Farm

Interessanter als die Kaffeeherstellung sind für die Kinder die Ursprünge von Kakao und Schokolade. Von den Bocas del Toro aus kann man einen organisierten Tagesauflug zur Öreba Chocolate Farm machen. Die Farm in den Bergen von Chiriqui wird von Indigenen ökologisch betrieben. Wir erhielten zu viert eine Privatführung über die matschigen Hänge, auf denen die Kakaopflanzen unscheinbar zwischen jeder Menge anderer Urwaldpflanzen wachsen. Keine Fabrikanlage steht dort. Stattdessen mahlen die Frauen des Dorfes die gerösteten Kakaobohnen mit Steinen. Die Kids dürfen es selbst machen. Sie werden nie vergessen, wie sie eigenhändig mit einem Klecks Milch und einem Hauch Zucker Schokolade hergestellt haben.

Weitere Infos: http://www.oreba.bocasdeltoro.org/ingles/oreba-chocolate-ing.htm

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Bocas del Toro

Die karibischen Inseln Bocas del Toro hat der Lonely Planet zu DEM Highlight von ganz Mittelamerika erklärt – wahrscheinlich weil auf der Hauptinsel die Party abgeht und auch einige Nachbarinseln billige Backpacker-Unterkünfte bereithalten. Feststeht, dass „die Bocas“ längst kein Geheimtipp mehr sind. Selbst von Costa Rica aus werden sie schon als Ausflugspaket angeboten. Kein Wunder: Die Karibikstrände der Bocas sind wunderschön, und die Inseln haben echt Flair. Der entspannte Reggae-Lebensrhythmus der vielen Rastafarians wirkt ansteckend. Und von der Unfreundlichkeit der Hotelangestellten in Panama City ist man auf den Bocas Welten entfernt. Zum Relaxen sind die Bocas del Toro perfekt.

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Panama ist mit Kindern leicht zu bereisen

Neben diesen neun Highlights gibt es einen weiteren Grund, warum ich eine Familienreise nach Panama wärmstens empfehlen kann: Das Land ist mit wenigen Ortswechseln und auf kurzen Wegen zu bereisen. Denn Panama City liegt günstig als Ausgangspunkt für Tagestouren in die Umgebung. Wer will, kann problemlos eine ganze Woche in Panama City bleiben und von dort aus zum Kanal, in den Urwald, nach Colon, an die Karibikküste und in die Berge starten. Wer es eilig hat, lässt die San Blas Inseln aus, und reist in der zweiten Woche über Santa Catalina und Boquete/Volcan zu den Bocas del Toro. Unsere Tour war mit einer Dauer von drei Wochen entspannt. Weitere Varianten und Tipps für den Roadtrip mit Kindern durch Panama findet ihr in einem anderen Beitrag

Habt ihr selbst noch Tipps für Panama? Dann freue ich mich über eure Anregungen in den Kommentaren.

28 Kommentare

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