Das erste Mal: Leinen los! Schnupper-Segelkurs mit Kind in Prien am Chiemsee

(Werbung*) Das Leben mit Kindern hält viele erste Male bereit. In diesen Sommerferien habe ich mit meinem Sohn in Prien am Chiemsee wieder einmal eine Premiere gefeiert: Zum ersten Mal haben wir beide uns ans Steuern eines Segelbootes herangewagt. Nach Knotenkunde und etwas Segeltheorie ging es direkt hinaus aufs Bayerische Meer. Ob wir gekentert sind, wie wir wieder an Land kamen und was man außer einem Schnupper-Segelkurs mit Kind in Prien am Chiemsee noch alles machen kann, erfahrt ihr hier.

– Erfahrungsbericht –

Was für ein Temperatursturz! Als ich den „Crewbrief“ mit den Tipps zur Vorbereitung auf den Schnupper-Segelkurs mit Kind in Prien am Chiemsee gelesen habe, dachte ich noch: „Die Jacken können wir uns sparen, den Sonnenschutz dürfen wir auf keinen Fall vergessen!“ Da knallte die Sonne mit 35 Grad auf den südostbayerischen Alpenrand. Doch am Abend zog ein Gewitter auf, es regnete die Nacht hindurch und den ganzen Vormittag, und am Mittag kommen wir schließlich in Regenjacken ohne Sonnenschutz zum Badeplatz Schramml in Prien am Chiemsee und fragen uns, ob man wohl bei jedem Wetter segeln kann. Die große Liegewiese ist heute jedenfalls komplett leer, und auf dem Wasser sieht man nur sehr wenige Boote.

Wir sind mit Lothar von der Segelschule Prien verabredet. Die Boote der Segelschule liegen an Stegen am Rand des Badeplatzes. Außer uns stehen noch zwei ältere Jungs und drei Erwachsene etwas verloren an den Bootsanlegern herum, bis Segellehrer Lothar vom Steg zurückkommt. Er hat einigen Schülern die Bootsführerscheinprüfung abgenommen.

Segelkurs mit Kind in Prien am Chiemsee – die Theorie

Lothar begrüßt uns mit Handschlag und bittet uns in die Almhütte hinter den Stegen. Auf einem Tisch liegen Seile, Haken und Ösen, die jedoch nicht so heißen, sondern Taue, Klampen und … – herrje, ich habs schon wieder vergessen.

Tatsächlich gilt es erst einmal eine neue Sprache zu lernen, bevor es ans Segeln geht. Damit tue ich mir reichlich schwer. Bug und Achtern, Luv und Lee, Spill und Schot, Baum und Mast, Wende und  Halse – bald fliegen unzählige neue Wörter in meinem Kopf durcheinander und selbiger raucht. Der Junior dagegen hat den Seglerjargon schnell drauf und fragt mich kurz später, wie man das Tau wenden muss, um eine Klampe zu belegen. Alles klar?

Wir steigen mit den Knoten ein. Mit Engelsgeduld zeigt uns Lothar die Knotenkniffs nochmal und nochmal von vorn. Wers raushat, zeigt es seinem Nachbarn. So kommen alle sieben Segelschüler miteinander in Kontakt. Wie selbstverständlich duzen wir uns. Schließlich sitzen wir bald alle im selben Boot – oder?

Während ich beim Seglerjargon nicht glänzen konnte, punkte ich bei den Knoten. Der Achtknoten fällt mir leicht, den Kreuzknoten und einen weiteren kenne ich schon, während der Junior neben mir sich die Finger verknotet, bis er aufgibt. Mit dem Palstek plage aber auch ich mich lange. Am wichtigsten aber ist: Das Klampe Belegen klappt.

Dann folgt die nötigste Segeltheorie: Wie steht der Wind am besten? Wo überholt man? Wer muss ausweichen? Wie funktioniert eine Wende? Der Junior ist zuerst angetan von den Holzmodellen mit Segelbooten, die Lothar verwendet, um uns zu zeigen, wie das alles funktioniert. Aber er würde jetzt lieber damit spielen, als zuhören, welche Verkehrsregeln für Boote auf dem Bayerischen Meer gelten und welche Tücken das Wetter für Segler am Chiemsee mit sich bringt.

Segellehrer Lothar von der Segelschule - Segelkurs mit Kind in Prien am Chiemsee

Knotenkunde beim Segelkurs mit Kind in Prien am Chiemsee

Segelkurs mit Kind in Prien am Chiemsee – die Praxis

Erst als es hinaus zu den Booten geht, ist die Neugier meines Sohnes wieder geweckt. Wir legen die Sicherheitswesten an. Auch für den Junior gibt es eine passende. Er kann es kaum erwarten, ins Boot zu steigen, während Lothar zwei schöne Holzboote startklar macht und die beiden Mannschaften einteilt. Mit uns kommt der erfahrenste der Anfängergruppe ins Boot. Er hat bereits den der bereits den Motorboot-Binnenschifffahrts-Schein, und damit wenigstens etwas Ahnung. Das beruhigt mich und zerstreut meine Sorgen zu kentern.

Kaum an Bord muss der Junior erst einmal ermahnt werden, sich achtsam zu bewegen und nicht vor Freude in die Luft (und aus dem Boot) zu springen. Dann geht es an die Aufgabenteilung. Unser Mitsegler übernimmt als erster das Steuern und geht an die Pinne. Mein Sohn macht den Funker, um in Kontakt mit Lothar zu bleiben, wenn der mit dem Motorboot gerade bei der anderen Gruppe ist. Und ich bin für das Vorsegel zuständig.

Doch bevor wir Segel setzen, rudern wir erst einmal hinaus auf den offenen See. Wir haben bestes Anfängerwetter: Kein Regen, keine Sonne, kaum andere Boote und fast keinen Wind. Das hat den Nachteil, dass wir kaum vom Fleck kommen, aber den Vorteil, dass sich Anfängerfehler nicht so schnell rächen. Die Gefahr, dass wir kentern, ist daher recht gering. Viel größer ist die Gefahr, dass mein Sohn voller überbordender Begeisterung über Bord geht. Er ist kaum zu bremsen, will unbedingt steuern, obwohl er schon die Hoheit über das Funkgerät hat.

Wir lassen ihn schließlich. Ich sitze direkt neben ihm, um notfalls eingreifen zu können. Doch er macht seine Sache ziemlich gut. Gelegentlich muss er daran erinnert werden, dass er Kurs auf eine der beiden Schwimmbojen halten soll, die Lothar gesetzt hat, und dass er die Pinne langsam bewegen soll. Die erste Wende jedoch klappt ganz hervorragend. Unglaublich, wie schnell Kinder lernen können, wenn sie wollen.

An Bord gehen beim Segelkurs mit Kind in Prien am Chiemsee

Kind an Bord beim Segelkurs mit Kind in Prien am Chiemsee

Klar zur Wende? Als Anfänger segeln auf dem Chiemsee

Dann bin ich dran. Jetzt merke ich, dass es gar nicht so leicht ist, den Kurs zu halten, wenn man zwischendurch quatscht. Klar zur Wende? So eine Wende sieht zwar einfach aus, erfordert aber ziemlich komplexe Handlungen. Zunächst komme ich immer wieder durcheinander. Aber nach einiger Zeit schaffe ich es auch, so an die beiden Schwimmbojen heranzufahren, dass wir sie vom Boot aus erreichen können, ohne dass sie das Boot berühren. Und irgendwann klappt alles, wenn ich auch nicht so genau weiß, wie eigentlich.

Schließlich kommt etwas mehr Wind auf und damit auch der Spaß am Segeln. Es ist schon spannend, wie man das Boot in Fahrt bringt, wenn kaum Wind weht und man auch noch dagegen ankreuzen muss. Wenn dann etwas Wind geht, ist es einfach nur wunderschön, lautlos auf dem Wasser dahinzugleiten. „Das liebe ich immer noch an meinem Beruf“, sagt Lothar, der den Motor seines Bootes ausgestellt hat und neben uns herschaukelt. Außer dem Plätschern des Wassers ist weit und breit kein Geräusch zu hören. Mein kleiner Nachwuchssegler ist inzwischen auch zur Ruhe gekommen.

Viereinhalb Stunden dauert mein Schnupper-Segelkurs mit Kind in Prien am Chiemsee. Für die meisten anderen Schüler markiert er den Beginn der Segelgrundausbildung. Am Ende hängen wir beide Boote an das Motorboot und lassen uns von Lothar in den „Hafen“ ziehen. In einem weiten Bogen geht es übers Wasser zurück. Als wir die Boote festmachen und wetterfest verpacken, fliegen mir wieder Unmengen unbekannter Begriffe um die Ohren. Ich gucke einfach ganz genau zu, was Lothar auf dem anderen Boot macht und mache das nach. Verständigung klappt auch ohne (Segler-)Sprache.

Klar zur Wende beim Segelkurs mit Kind in Prien am Chiemsee

Das Kind als Funker beim Segelkurs mit Kind in Prien am Chiemsee

Was geht noch in Prien am Chiemsee mit Kindern?

„Können wir morgen wieder Segeln“, fragt der Junior abends. Am liebsten will er jetzt gleich den Segelschein machen. Dafür ist er mit acht Jahren zwar noch etwas zu jung, aber ich denke, ich könnte daran selbst Spaß haben. Wahrscheinlich komme ich aus der Nummer nun nicht mehr raus. Denn seit unserem Segelkurs in Prien am Chiemsee wurde mir schon mehrfach gesagt, dass wir im nächsten Jahr ja beide den Segelschein machen werden… Dann aber wahrscheinlich auf dem Berliner Wannsee.

Denn in Prien am Chiemsee gibt es noch einiges anderes zu erleben, das wir nicht verpassen wollen. Am Vormittag unseres Segeltagen hatten wir bereits viel Spaß im Prienavera Erlebnisbad. Eine Schönwetter-Alternative ist der Kletterwald, oder bei Badewetter natürlich der Badeplatz Schramml.

Außerdem kann man am Chiemsee ganz wunderbar Radfahren mit Kindern, immer am Ufer entlang und weitgehend auf autofreien Wegen. Das haben wir am Tag vor dem Schnupper-Segelkurs mit Kind in Prien am Chiemsee in Kombination mit einer Schifffahrt ausprobiert. Am Tag danach wollen wir noch wandern, und zwar auf dem Vroni und Toni-Flusswanderweg an der Prien entlang.

Last but not least kann man schlechterdings nicht an den Chiemsee fahren und die berühmten Inseln Herrenchiemsee und Fraueninsel nicht besuchen. Damit den Kindern das Kulturprogramm nicht zu langweilig wird, bietet Schloss Herrenchiemsee auch spezielle Kinderführungen an. Doch davon berichte ich euch demnächst an anderer Stelle.

Segeln auf dem Chiemsee mit Kindern

Sonnenuntergang über dem Chiemsee

*Rechtlicher Hinweis / Transparenzerklärung: Über diesem Beitrag steht „Werbung“. Es floss dennoch kein Honorar für die Berichterstattung. Wir wurden aber von der Prien Marketing GmbH zum Aufenthalt in Prien am Chiemsee eingeladen.

Mehr zum Segeln mit Kindern: Ein Jahr auf dem Segelboot rund um Europa hat eine Familie aus Berlin verbracht. Im unterwegsmitkind-Interview berichtet der Papa von den Erlebnissen und Erfahrungen der Familie: Mit Kindern Segeln – Ungewöhnlich Reisen auf dem Wasser

Mehr über Aktivitäten mit Kindern in und um Prien am Chiemsee: Christina vom Familienreiseblog Mrs Berry war bereits im Sommer 2017 in Prien a Chiemsee und hat etliche Tipps für den Familienurlaub mitgebracht: https://mrsberry.de/prien-am-chiemsee-tipps-fuer-den-familienurlaub/

Wart ihr selbst schon mal Segeln mit Kindern? Kennt ihr den Chiemsee? Erzählt uns von euren Erfahrungen in einem Kommentar!

13 Kommentare

  1. Liebe Angela!
    Ein sehr schönes Erlebnis! Ich habe in meiner Jugend auch mal einen Segelkurs besucht, das bei euch sieht aber um einiges professioneller aus… den Chiemsee kenne ich leider noch nicht, sieht aber echt toll aus!
    Liebe Grüße
    Ines

    • Liebe Ines,
      Der Chiemsee ist unbedingt eine Reise wert – nicht nur des Segelns wegen! Der drittgrößte deutsche See liegt einfach traumhaft am Alpenrand, und die Umgebung von Prien ist genial zum Radeln, Wandern und natürlich für jede Art von Wassersport.
      Liebe Grüße
      Angela

  2. Ich habe in meiner Kindheit einen Segelkurs besucht, da ging es mir ähnlich wie Deinem Sohn: kein Knoten war zu schwer, das Vokabular fand ich lustig und hatte es schnell gelernt. Dann alles vergessen…. Ich hab dann als Erwachsener das Segeln nochmal probiert, bin aber draufgekommen, es ist nichts für mich… Mitsegeln finde ich aber super!

    • Liebe Gudrun,
      Mitsegeln auf einer richtigen Yacht möchte ich auch gern mal probieren! Es gibt noch so viel zu entdecken!
      Liebe Grüße
      Angela

  3. Das klingt ja nach echtem Abenteuer. Hast Du Dir denn alles gut gemerkt? 😉
    Fock, Halse, Fender, fieren … Dein Sohn ist ja der geborene Kapitän.
    Aus einer Schnuppersegelstunde ist bei uns ein ganzer Kurs geworden, allerdings auf einem Katamaran. Das ist schon eine Weile her, jetzt tauge ich wohl nur noch als Smutje. In Stralsund und Rostock kann man übrigens auch mal für ein paar Stunden mitsegeln, falls Ihr jetzt öfter aufs Meer wollt. Ahoi und liebe Grüße, Ines

    • Ahoi, liebe Ines,
      und danke für den Tipp! Tatsächlich sind wir ja von Berlin aus schneller an der Ostsee als am Chiemsee. Vielleicht probieren wir das mal.
      Liebe Grüße
      Angela

  4. Du weckst schönste Erinnerungen! Am Chiemsee habe ich auch Segeln und Windsurfen gelernt und sowieso meine ganze Jugend verbracht. Wir hatten dort ein Boot und jede freie Minute und sowieso jedes Wochenende dort genutzt. Ich habe heute noch eine besonder Beziehung zum Chiemsee und könnte mir vorstellen, dass es mich mal wieder dauerhaft dorthin verschlägt.
    Und wenn du die Knoten einmal drauf hast, vergißt du sie nie wieder 😉

    • Liebe Eva,
      was die Knoten betrifft, bin ich mir nicht so sicher, aber dass es einen zurück an den Chiemsee zieht, wenn man dort groß geworden ist, das kann ich sehr gut verstehen!
      Liebe Grüße
      Angela

  5. Das sieht echt toll aus.
    Wir waren in diesem Sommer auf Korfu… da hat mein Mann auch einen Segelschein gemacht. Quasi als Vorreiter… es hat ihm so gut gefallen, dass wir jetzt überlegen, es tatsächlich als „Familiensport“ auszuprobieren.
    Liebe Grüße
    Tanja

  6. Das hört sich wirklich nach einer Engelsgeduld von Lothar an und auch ganz viel Spaß! Ja, die Theorie ist da sicherlich nicht einfach. Die vergisst man bei vielen Sportarten immer ganz gerne, doch es gehört eben dazu.
    Die Kleinen lernen das ja aber mega schnell. Bin gespannt ob ihr den Segelschein nächstes Jahr macht!

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