Affen im Garten, wandernde Katzen, Elefanten auf der Straße

Elefanten bei der Safari mit Kindern im Addo Elephant Park

– Auf Safari mit Kindern im Addo Elephant Park in Südafrika –

Schon mal mit einer Katze gewandert? Im Stau hinter einem Elefanten gestanden? Wegen eines Käfers gebremst? Vor einem Affen vom Trampolin geflüchtet? Nicht nur auf Safari mit Kindern im Addo Elephant Park in Südafrika erleben wir einiges. Als Übernachtungsgäste der angrenzenden Pure Nature Lodge sind wir auch Tieren begegnet, die es im Addo (noch) nicht gibt. Doch der malariafreie Safaripark ist eine echte Alternative zu den Wildreservaten im Norden des Landes. Elefantensichtungen sind dort fast garantiert.

– Reisereportage mit Tierfotos –

„Wir haben gleich am ersten Tag Elefanten und Giraffen gesehen“, schreibt mein Sohn (7) nach unserer Südafrika-Reise im Herbst 2017 gemeinsam mit Eva und ihrer Tochter (9) in sein Aufsatzheft. Und es war nicht nur gleich am ersten Tag, sondern gleich im ersten Moment nach unserer Ankunft. Knapp 20 Stunden Flug, der erste Großeinkauf und eine Stunde Autofahrt im ungewohnten Linksverkehr von Port Elizabeth stecken uns in den Knochen, als wir das Gatter zur Pure Nature Lodge öffnen. Vier Pistenkilometer später empfängt uns vor dem Hauptgebäude der weitläufigen Lodge erst einmal ein großer Hund, bevor unser Gastgeber Olaf uns die Augen für das etwas weiter entfernte tierische Empfangskomitee öffnet: Weit entfernt zieht eine Elefantenherde über die grünen Hügel des direkt angrenzenden Addo Elephant Parks, und im nahen Tal stehen die Giraffen der Lodge auf einer Lichtung. Diese Tiere sind im Addo (noch) nicht heimisch.

Giraffen auf der Pure Nature Lodge - Safari mit Kindern im Addo Elephant Park

Wir können es kaum glauben. Was für ein Empfang! Doch die Kids sind vor allem mit den nahen Tieren beschäftigt. Äffchen Louis hat einen Narren an Evas Tochter gefressen. Der junge Louis merkt, dass er sich bei ihr alle Frechheiten erlauben kann – und tut das auch, sehr zu ihrem Leidwesen. Es dauert etwas, bis unsere kleine Mitreisende den Trick heraus hat: Wenn Louis wieder auf sie zuspringt, klatscht sie ihn einfach weg. Von da an bewegen sich die Kids frei über das riesige Lodge-Gelände zwischen unserem Holzhaus und dem Spielplatz mit Sandkasten, Klettergerüst, Rutsche, Schaukel und Trampolin am Haupthaus.

 - Affe Luis auf der Pure Nature Lodge - Safari mit Kindern im Addo Elephant Park

Walking Safari mit Kindern auf der Pure Nature Lodge

Gleich an unserem ersten vollständigen Tag in Südafrika wollten wir eigentlich mit den Kids auf Safari gehen – entweder mit dem eigenen Mietwagen im „Addo“ oder mit der allseits gelobten organisierten Schotia Safari in direkter Nachbarschaft zum Nationalpark. Aber es regnet. Wir gönnen es dem Land, das dringend Wasser braucht. Doch die geplante Safari mit Kindern im Addo Elephant Park fällt damit buchstäblich ins Wasser. Die Chancen, Tiere zu sehen, sinken bei nassem Wetter deutlich. Also bleiben wir auf der Lodge, genießen den Ausblick von unserer Holzterrasse über die wilden grünen Hügel, lauschen dem ungewohnten Zwitschern der südafrikanischen Vögel und atmen den Duft der dampfenden roten Erde ein. Die Kinder haben derweil Spaß mit „Luigi“ – so haben sie den Kater der Lodge getauft, der ihnen seit dem Vortag auf Schritt und Tritt folgt und sich auch bei uns Mamas gelegentlich ein paar Streicheleinheiten abholt.

Dassie Rock House Pure Nature Lodge

 

Als der Regen aufhört, starten wir zu einem Spaziergang über das umzäunte Lodgegelände – zu fünft, denn Luigi kommt mit. Überall führen kleine Fußwege entlang. Wo es keine gibt, ist auch kein Durchkommen. Fast alle Büsche sind mit Dornen bewaffnet, einige davon mehr als fingerlang. Wir überqueren einen kleinen ausgetrockneten Bachlauf über eine Holzbrücke und stehen unvermittelt vor dem nächsten Gebäude auf der riesigen Lodge. Im übermannshohen Busch die Orientierung nicht zu verlieren, wenn keine Sonne scheint, ist nicht gerade einfach. Nachdem wir auf verschlungenen Wegen die Talsohle erreicht haben, steigen wir am Zaum zum Nationalpark entlang auf der anderen Seite den Hügel hoch. Bis wir ganz oben sind, kommen wir doch noch ins Schwitzen. Jetzt lässt sich die afrikanische Sonne ab und zu sehen. Von oben reicht der Blick über ein langgezogenes Tal zu den Hügeln des Addo. Die Landschaft ist umwerfend.

Ausblick vom Berg der Pure Nature Lodge

Als wir oben auf dem Grat weg vom Zaun weitergehen, steigt uns ein eigenartiger Geruch in die Nase. Er erinnert mich an das Raubtierhaus im Zoo. Eva ist mit ihrer Tochter voraus. Beide kommen nach fünf Minuten zurück und schwören: „Da war was.“ Mein Sohn und ich können weder etwas sehen, noch etwas hören, doch der Geruch weicht nicht. Wir beschließen umzukehren. Kurz später kommen wir wieder an eines der Häuser auf der Lodge und nehmen nach einem Plausch mit den Nachbarn die Fahrpiste zurück zum Hauptgebäude. Am Abend erzählt Olaf, warum das Haus der Nachbarn „Leopards Valley“ heißt: Die Bauarbeiter haben beim Zaunziehen und Hausbauen dort mehrfach Leoparden gesehen. Haben wir sie gerochen?

Wandern mit Katze - Safari mit Kindern im Addo Elephant Park

Selbstfahrer Safari mit Kindern im Addo Elephant Park

Am nächsten Morgen scheint die Sonne. Gleich nach dem Frühstück brechen wir auf. Dennoch sind wir spät dran. Denn die meisten Tiere sind morgens und abends am aktivsten. Bis zum Haupteingang im Nordwesten des Addo Elefant Parks sind wir mit dem Auto eine halbe Stunde unterwegs. Dort stehen wir Schlange für den Zutritt. Dann müssen wir noch den Parkeintritt bezahlen (744 Rand / 46,50 Euro für zwei Erwachsene und zwei Kinder), uns im Parkshop mit Picknickproviant versorgen und vor der Safari mit Kindern im Addo Elephant Park sicherheitshalber zur Toilette. Im Park selbst gibt es nur wenige Stationen, wo wir aus dem Auto aussteigen dürfen und noch weniger Stationen mit Toiletten. Bis wir loskommen ist die Morgenfrische einem warmen Sommertag gewichen.

Wir sind alle aufgeregt. Welche Tiere werden wir sehen? Erleben wir Elefanten vielleicht sogar aus nächster Nähe? Jedenfalls ist die Elefanten-Population in dem malariafreien Wildreservat gewaltig gewachsen. Seit kurzem soll es außerdem sogar Löwen geben. Doch dass wir die tagsüber nicht sehen werden, ist so gut wie sicher.

Warzenschwein - Safari mit Kindern im Addo Elephant Park

Ein Warzenschwein ist das erste Tier, dem wir uns langsam nähern. Es folgen Antilopen, Kudus, noch mehr Warzenschweine, schließlich weit entfernte Zebras – und in einer Kurve die ersten Elefanten. Vier ausgewachsene Tiere entfernen sich gerade vom Wasserloch und verschwinden hinter den Hügeln. Einer trinkt seelenruhig weiter in Gesellschaft eines Warzenschweins. Wir sehen ihm lange zu – und danach sehen wir lange nichts und steuern ermüdet das Picknickgelände an.

Kudus bei der Safari mit Kindern im Addo Elephant Park

Als wir eine Stunde später wieder starten, um den Südteil des Parks anzusteuern, halten wir lange vergeblich Ausschau. Das hügelige Gelände ist unübersichtlich und die Büsche für die Augen undurchdringlich. Irgendwann kriecht eine tellergroße Schildkröte am Rand der roten staubigen Piste entlang. Ein Büffel steht in einer Senke direkt neben der Straße. Wenig später bremst Eva abrupt: Vor uns kreuzt einer der daumengroßen Mistkäfer den Weg, die im Addo besonderen Schutz genießen, weil sie für das Ökosystem sehr wichtig sind.

Schildkröte bei der Safari mit Kindern im Addo Elephant Park

Lange fahren wir, ohne weitere Tiere zu sehen. Dann beginnt auf der Rückbank das Gequengel. Die Kids sind hungrig, durstig und bewegungslustig. Also beschließen wir zum Camp am Haupteingang zurückzufahren. Wir sehen uns kurz das spannende kleine Naturkunde-Museum an, essen (eher schlecht) im Restaurant und nehmen ein Eis mit auf die letzte Fahrt zum nächstgelegenen Wasserloch der sinkenden Sonne entgegen.

Büffel bei der Safari mit Kindern im Addo Elephant Park

Ein Elefantenbulle auf der Straße

Die Bäume links neben der Straße bewegen sich. Erst kommt ein grauer runder Kopf mit großen Ohren und kleinen Augen zum Vorschein, dann die Stoßzähne und der Rüssel, und schließlich biegt der Elefantenbulle rund 10 Meter vor uns auf die Straße ein. Wir folgen ihm langsam mit Abstand, während er im Zickzack Richtung Wasserloch schlendert. Irgendwann wendet er sich nach rechts ins Gebüsch.

Wenig später treffen wir ihn am Wasserloch wieder. Doch dort sind noch mehr Elefanten: Drei Elefantenkühe laufen mit ihren Babys und Kleinkindern eilig zu der Wasserstelle. Wir alleinerziehenden Mamas im Auto sehen uns an und lachen: Die Elefantenmütter wirken genauso gestresst wie wir, um hinter ihren Kids herzukommen. Dann steht die ganze Großfamilie am Wasser und trinkt. Die Kleinen haben sie so dicht zwischen sich, dass sie kaum zu sehen sind.

Wir können unser Glück kaum fassen! Wie sollen diese Eindrücke von der Safari mit Kindern im Addo Elephant Park noch zu überbieten sein? Das fragen Eva und ich uns, bevor wir am nächsten Tag die zweite Station unseres Südafrika-Roadtrips entlang der Garden Route ansteuern. Doch dazu später mehr.

Elefant auf der Straße bei der Safari mit Kindern im Addo Elephant Park

Transparenzerklärung: Die Pure Nature Lodge hat uns einen Nachlass auf die Übernachtungskosten gewährt.

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8 Kommentare

  1. So kann man wahrlich eine Reise beginnen. Kein Wunder, dass die Kids begeistert waren. Wäre ich auch. Die Fotos machen Lust, gleich selbst dorthin zu fahren. PS: Das letzte Pic mit dem Elefanten-Popo ist definitiv mein Favorite. Fängt die Afrika-Stimmung in einem Bild richtig gut ein, wie ich finde…

  2. Oh das klingt ja einfach wundervoll! Das nenne ich mal Erlebnis. Schöner Bericht und wundervolle Bilder Danke fürs virtuelle Mitnehmen!

    LG aus Norwegen
    Ina

  3. Wahnsinn! Und diese Tiere habt ihr alle wirklich so nah gesehen? Oder braucht man da ein Teleobjektiv/Fernglas?

    LG
    Jenny

    • Die waren schon wirklich so nah, Jenny, meist direkt am Straßenrand. Das ist ja das ganz besondere Erlebnis. Es ist dann eher eine Frage, wie nah man sich selbst an so einen Elefantenbullen auf der Straße herantraut 😉

    • Durchaus machbar, würde ich sagen. Es gibt ja keine großen Gesundheitsgefahren in dieser Region. Bei der Safari könnt ihr selbst fahren und damit auch selbst entscheiden, wann und wie oft ihr Pause macht. Und die Infrastruktur für Familien ist an der Garden Route auch gut ausgebaut.
      Liebe Grüße
      Angela

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