Wir packen unseren Koffer … Teil 1: Die kleine Reiseapotheke

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Unterwegs mit Kind passieren manchmal Dinge, auf die Mutter und Sohn gut verzichten könnten. Doch kleinere Blessuren bleiben nun mal nicht aus. Egal ob Weltreise oder Wochenendausflug – ohne die kleine Reiseapotheke geht es nicht. Unterwegsmitkind hat eine Checkliste gefunden und individuelle Tipps zusammen gestellt.

Die Checkliste stammt vom seriösen Centrum für Reisemedizin (CRM). Sie empfiehlt als Grundausstattung nur ein Fieberthermometer – vorausgesetzt das Kind braucht keine Dauermedikation wie Asthmaspray oder Neurodermitissalbe. Dazu kommt das Erste-Hilfe-Set. Es umfasst beim CRM Verbandsmaterial, Wunddesinfektion, eine Splitterpinzette, die sich auch zum Zeckenentfernen eignet, und Mittel bei Verbrennungen und Sportverletzungen.

P1050879Bei blutigen Wunden wirken Kinderpflaster psychologische Wunder. Egal ob viel oder wenig Blut, mit einem bunten Pflaster ist fast alles schnell wieder gut. Zur Wunddesinfektion setze ich normalerweise auf ein Spray, das nicht in der Wunde brennt. Im Gegenteil: Das Sprühen kühlt. Im feuchtheißen Klima an Costa Ricas Pazifikküste waren die herkömmlichen Pflaster und das Spray gegen eine blutige Wunde am Knie des Sohnes jedoch völlig nutzlos. Die Pflaster blieben nicht kleben. Das Spray desinfizierte nicht genug (siehe Beitrag „Wie wir Birdwatcher wurden“). Die Alternative: Ein Haut-Antibiotikum war dort auch ohne Rezept in der Apotheke zu bekommen. Die Salbe haben wir dreimal täglich aufgetragen. Darauf kam eine Gaze-Auflage, die mit einer Binde gehalten wurde. Nach drei Tagen war die Wunde deutlich kleiner.

Auf den Beruhigungseffekt kommt es auch an

In meinem kleinen Notfallset, das auch bei Tagesausflügen mitkommt, sind zwar weder Sport- noch Verbrennungssalbe. Dafür trage ich stets ein Fläschchen Bachblüten Rescue-Tropfen mit mir herum. Damit habe ich gute Erfahrungen unter anderem bei Wespenstichen gemacht (gleich auf den Stich tröpfeln und einnehmen). Sie kommen aber auch bei anderen großen Aufregungen zum Einsatz. Ihre Wirkung ist zwar nicht nachgewiesen, doch wenigstens einen Beruhigungseffekt auf den Sohn beobachte ich jedes Mal. Außerdem immer dabei ist ein Fläschchen mit homöopathischen Kügelchen Arnica D6. Sie gelten als erste Wahl bei stumpfen Verletzungen wie etwa Verstauchungen. Ich habe sie auch bei mir selbst eingesetzt, ergänzend zur Sportsalbe, als ich mir in Ecuador das Innenband am Knöchel beinahe gerissen habe.

Das Centrum für Reisemedizin empfiehlt außerdem Sonnenschutz und Insektenschutz. Für den Fall, dass eines von beiden mal versagt, habe ich ein kühlendes antihistaminhaltiges Gel dabei. Auch gut bei Sonnenbrand, Sonnenallergie oder Hitzebläschen: Aloe Vera Gel. Das soll die Haut reparieren.

Die kindgerechte Reiseapotheke ist nicht klein

P1100201Neben all diesen Flaschen und Tuben rät das CRM auch noch dazu, Mittel gegen Erbrechen oder Reiseübelkeit, Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Magen-Darm-Krämpfe, Erkältung, Fieber und Schmerzen, Husten, Halsschmerzen, Ohrenschmerzen und Augenentzündungen sowie gegebenenfalls auf Anraten eines Arztes auch antiallergische Mittel einzupacken. Mein Tipp fürs kleine Gepäck: Alles zusammen ist im seltensten Fall nötig. Ich kenne meinen Sohn und mich und weiß, dass wir vielleicht Durchfall, mit fast 100prozentiger Sicherheit aber keine Verstopfung bekommen. Dazu kommt: Je nach Reiseziel gibt es das meiste auch vor Ort, und dort sogar mitunter günstiger als in der heimischen Apotheke.

Aber zugegeben: Auf unserer Vier-Monats-Tour waren bestimmt 1,5 Kilo Reiseapotheke dabei, darunter Malaria Standby Medikation, Elektrolytlösung bei Durchfall, Fiebersaft, Nasentropfen, Augensalbe und ein Antibiotikum. Kaum etwas davon haben wir gebraucht. Nur der Kamillentee, dem eine entzündungshemmende Wirkung nachgesagt wird, war am Ende leer. Er musste immer ran, sobald Husten, leichte Halsschmerzen oder andere Erkältungssymptome auftraten – meistens nach dem Fliegen. Aber auch Kamillentee gibt es fast überall.

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