Stadtspaziergang in Berlin-Kreuzberg

Als Stadtspaziergang in Berlin-Kreuzberg bietet sich eine Runde an, bei der die ganze Familie auf ihre Kosten kommt. Sie hat für Groß und Klein eine Menge zu bieten. Zwischen Shopping, Sightseeing und Schlemmerei locken fantastische Fassaden, spaßige Spielplätze, prächtige Parkanlagen und überraschende Ausblicke.

Stadtspaziergang in Berlin-Kreuzberg

Wir starten am Marheinekeplatz, in der Nähe des U-Bahnhofs Gneisenaustraße. In der Mitte des Platzes liegt ein Spielplatz, daneben ein Brunnen mit Wasserlauf auf dem Boden – beides ist für Kinder ideal zum Spielen. Die Eltern können derweil das Panorama genießen – entweder von einer Bank aus oder in einem der vielen Cafés und Restaurants am verkehrsberuhigten Platz.

Im Osten wird der Platz von einem altehrwürdigen ehemaligen Postamtsgebäude begrenzt, das nun Läden beherbergt. Im Norden ragt der massige Turm der Passionskirche empor. Bei besonderen Gelegenheiten (zB beim Tag des offenen Denkmals im September) darf man ihn besteigen.

Im Westen schließt der Platz zur Zossener Straße hin mit der Marheineke-Markthalle ab. Die Halle ist längst kein Geheimtipp mehr. Für einen Imbiss oder einen kulinarischen Einkauf empfiehlt sie sich dennoch ohne Abstriche. Viele der Händler haben ihr ganzes Berufsleben in der Halle zugebracht und können von der wechselhaften Geschichte berichten.

Wochenmarkt am Spielplatz

Wir verlassen die Halle Richtung Süden und folgen der Friesenstraße bis zur ersten Querstraße. Die Arndtstraße bringt uns zum Chamissoplatz. Schon auf dem Weg dorthin kann man sich um ein Jahrhundert zurück versetzt fühlen – wären nicht Autos am Rand der Pflasterstraße geparkt. Denn hier stört kein Neubau den Altstadtcharme. Der insgesamt ruhige Platz wird vor allem durch den großen Spielplatz in der Mitte belebt, der auch Wasserspielmöglichkeiten vorhält. Samstags geht es beim Wochenmarkt etwas lebendiger zu. Für Berliner Verhältnisse ist es aber immer noch sehr gemütlich.

Wenn wir den Platz diagonal nach Südwesten hin überquert haben, gibt die Willibald-Alexis-Straße den Blick auf ein besonders malerisches Altbau-Straßeneck frei. An der nächsten Ecke steht ein historischer Wasserturm, der jetzt als Jugendzentrum dient. Dort biegen wir nach rechts (Westen) in die Fidicinstraße ein. Sollte hier irgendwo ein Hoftor offenstehen, lohnt sich ein neugieriger Blick in die Höfe. Manchmal reihen sich hier gleich mehrere aneinander und mitunter sind sie mit den Nachbarhöfen verbunden.

Kurz wird es laut, wenn wir den zweispurigen Mehringdamm überqueren und uns dann nach rechts (Norden) wenden. Doch wir biegen gleich linkerhand in eine Grünanlage ein, durch die wir direkt den Viktoriapark mit seinem Wasserfall erreichen.

Stadtspaziergang in Berlin-Kreuzberg mit Ausblick

Der Viktoriapark ist als Landschaftspark des späten 19. Jahrhundert mit einem uralten Baumbestand gesegnet, der im Sommer herrlich grünen Schatten spendet. Highlight des Parks ist aber zweifelsohne der 66 Meter hohe Kreuzberg. Auf dem höchsten Berg im Berliner Innenstadtgebiet wird das Nationaldenkmal des Bildhauers Karl Friedrich Schinkel zur Bühne für das Panorama auf die Innenstadt.

Neben der „Goldelse“, dem markanten Dach des Sony-Centers am Potsdamer Platz und den Zwillingstürmen von Deutschem und Französischem Dom am Gendarmenmarkt lugt auch die Kugel des Fernsehturms am Alexanderplatz über die Baumwipfel. In die andere Richtung liegt uns das Gelände der ehemaligen Berliner-Kindl-Schultheiß-Brauerei zu Füßen, das in ein Wohngebiet verwandelt wurde. Meist wird die Szenerie von Straßenmusikern untermalt, besonders wenn sich am Abend Pärchen und Freundesgruppen am Denkmal versammeln, um den Sonnenuntergang zu erleben.

Ihr seid neugierig auf weitere Aussichtspunkte in Berlin? In einem anderen Beitrag verrate ich euch, wo ihr Berlin von oben sehen könnt.

Durch den Gleisdreieck-Park

Unser Stadtspaziergang in Berlin-Kreuzberg führt weiter nach Westen (weiterer Spielplatz im westlichen Teil des Viktoriaparks). Am Westausgang des Parks überqueren wir die Katzbachstraße und folgen der Monumentenstraße mit ihren prunkvollen historischen Fassaden bis zur Bahnbrücke. Vor der Brücke geht es links über eine Treppe nach unten zum nächsten Spielplatz am Lokdepot, das zum Technikmuseum gehört.

Jetzt sind wir am Südende des Parks am Gleisdreieck angekommen, dem so genannten Flaschenhalspark. Wir wenden uns nach Norden und durchstreifen die gezähmte Gleiswildnis. Nachdem wir die denkmalgeschützten Yorckbrücken überquert haben, kommen wir in den östlichen Hauptteil des Parks, der wiederum mehrere Spielplätze bietet. Von hier haben wir verschiedene Möglichkeiten.

Wer nicht zum Startpunkt zurück will und noch mehr Besichtigungsprogramm vorhat, kann  bei diesem Stadtspaziergang in Berlin-Kreuzberg weiter nach Norden zur Schöneberger Wiese gehen. Von dort aus kommt ihr nach kurzem Fußweg entlang einer stark befahrenen zweispurigen Straße zum Potsdamer Platz, und damit mitten hinein in die Sightseeing-Zone von Berlin.

Weitere Alternativen: Ab Yorckstraße (S-Bahnhof) zur Friedrichstraße fahren oder mit dem Bus (M48) zum Zoo. Bei schlechtem Wetter lohnt sich das benachbarte Technikmuseum oder Spectrum.

Ihr liebt es grün? Dann findet ihr in meinem Beitrag über Parks in Berlin weitere Tipps, wie ihr eure Städtereise mit Kind nach Berlin im Grünen unterbrechen könnt.

Berlin Gleisdreieck Park

Erst Sightseeing, dann Eis 🙂

Zurück zum Startpunkt nehmen wir die Hornstraße, in der sich ein weiterer Spielplatz und das Kindercafé Kreuzzwerge befinden. Sie führt zur zweispurigen Yorckstraße, die wir überqueren, um der Großbeerenstraße mit Blick auf den Wasserfall im Viktoriapark zu folgen. Auf der linken Straßenseite führt ein schmiedeeisernes Tor gesäumt von Atlanten in Riehmers Hofgarten.

Das ungewöhnlich großzügig angelegte Gebäude-Ensemble mit neubarocken Fassadenelementen zählt zu den exklusivsten Wohngegenden Kreuzbergs und beherbergt auch ein Hotel. Wir durchqueren den Hofgarten nach Süden hin und biegen links in die Hagelberger Straße ein. Brauchen die Kids ein Belohnungs-Eis, dann bietet sich ein Stopp bei der berlinweit bekannten Eismanufaktur Vanille & Marille an.

Bummel durch die Bergmannstraße

Wer es schafft, den Mehringdamm ohne Ampel direkt an der Hagelberger Straße zu überqueren, kann gegenüber noch einen Blick in die Höfe der Sarotti-Fabrik werfen. Sie vermitteln einen Eindruck davon, wie die Hackeschen Höfe einmal ausgesehen haben. Statt Kommerztempeln haben sich hier Kreativ-Schmieden angesiedelt.

Weiter geht’s leicht bergauf nach Süden zur Bergmannstraße. Die Bummelmeile Kreuzbergs lockt mit vielen kleinen Läden zum Mitbringselkauf. Unzählige Cafés und Restaurants bieten sich für Pausen und zur Stärkung an. Am Ende der Straße kommen wir wieder zu unserem Startpunkt dem Marheinekeplatz.

Verlängerungsoption für den Stadtspaziergang durch Berlin-Kreuzberg

Wer noch nicht genug von unserem Stadtspaziergang in Berlin-Kreuzberg hat, folgt der Bergmannstraße weiter nach Osten. Hinter dem Marheinekeplatz wandelt sich die lebhafte Einkaufsstraße plötzlich zu einer stillen, sonnigen Seitenstraße. Links ist sie gesäumt von weiteren Gründerzeitfassaden, rechts erstrecken sich ausgedehnte historische Friedhöfe mit Grabdenkmälern aus dem 19. Jahrhundert.

Über den Südstern (samstags Wochenmarkt), durch die Körtestraße (Läden, Cafés) und Grimmstraße (Spielplatz) führt der Weg nach Osten in den nächsten Kreuzberger Kiez, den Graefekiez mit Dieffenbachstraße, Böckhstraße und Graefestraße. Über die Admiralbrücke geht es nördlich weiter über den berüchtigten Kotti in die Oranienstraße – einen weiteren Kreuzberger Kiez.

Dieser Stadtspaziergang durch Berlin-Kreuzberg ist mein Beitrag zur Blogparade von Alexandra von Levartworld rund um Ausflugstipps mit Kindern in meiner Stadt. Die ungefähre Route für unsere Rundtour durch Kreuzberg habe ich bei Komoot für euch aufgezeichnet.

Wenn ihr wissen wollt, was ihr am Wegesrand  für Kinder, zum Essen, Shoppen und an Kultur findet, dann hilft euch vielleicht die Kiez App Berlin. Sie zeigt auf einer Karte alle Geschäfte und Betriebe sortiert nach Branchen.

Habt ihr Fragen? Braucht ihr noch Tipps für eure Stadtentdeckertour durch Berlin mit Kindern in Kreuzberg? Oder habt ihr selbst Tipps für schöne Stadtspaziergänge mit Kindern in Berlin? Dann schreibt mir!

 

6 Kommentare

  1. Wow, was für ein spannender und abwechlsungsreicher Stadtrundgang – den probieren wir bestimmt mal, wenn wir in Berlin sind. Wie lange braucht man denn etwa für so eine Runde – SPielplatzbesuche natürlich nicht eingerechnet? 😉

    LG
    Jenny

    • Liebe Jenny,
      ich freue mich, dass dir mein Kiezspaziergang gefällt. Er hat wirklich einiges zu bieten. Ohne Kinder und Pausen dauert er rund eine bis anderthalb Stunden. Mit Kindern kannst du einen ganzen Tag damit verbringen – im Grünen, auf den Spielplätzen, in den Cafés (ein Café gibt es auch oben am Denkmal im Viktoriapark, wo die Kinder herumrennen könne), und in den teilweise echt schönen Läden in der Bergmannstraße. Wenn man noch etwas vorhat, schafft mans auch an einem halben Tag.
      Liebe Grüße
      Gela

  2. Hallo Gela,
    leider habe ich Deinen wunderbaren Stadtspaziergang zu spät entdeckt. Sonst hätten wir bei unserem kürzlichen Berlin-Besuch auch noch Kreuzberg unsicher gemacht. Aber wir brauchen ja ein Ziel fürs nächste Jahr…
    Liebe Grüße, Conny

    • Genau Conny,
      Die XBerg-Runde könnt ihr auch beim nächsten Berlinbesuch machen. Sie ist eigentlich immer schön – am allermeisten Spaß macht sie vielleicht an einem Septemberwochenende, denn da hat das Lokdepot des Technikmuseums am Süd-Ende des Gleisdreieck-Parks offen und im Park selbst findet das Radio1-Parkfest statt.
      Liebe Grüße
      Gela

  3. Hallo, die Kreuzberg Tour klingt toll! Ganz kurze (aber nicht ganz unwichtige ;)) praktische frage: kann man den Kreuzberg auch mit Kinderwagen erklimmen? Ein paar Stufen kann man das Ding ja hochtragen, nur wenn der Aufstieg komplett über Treppen Funktion,wäre das natürlich ungünstig..

    Merci & grüße.

    • Gute Frage! Ja, man kommt auf den Kreuzberg ohne Probleme mit Kinderwagen hoch. Vom oberen Ende des Wasserfalls hat man auch schon Blick zu den Dom-Türmen am Gendarmenmarkt. Nur auf das Denkmal kommt man nur über etliche Stufen. Viele lassen da den Wagen unten und nehmen das Kind auf den Arm.
      Liebe Grüße
      Angela

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