Ecuador Halbzeitkonferenz

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Mama und Sohn entspannen ein paar Tage in der Izcayluma Logde in Vilcabamba – und spielen mal wieder Interview – aber nur kurz.
Am südlichsten Punkt unserer Reise vergesse ich fast die Zeit, genieße einfach nur: die Ruhe, das mildwarme Klima und die zauberhafte Natur rund um dieses kleine Paradies, dass die bayrischen Brüder Dieter und Peter hier angelegt haben.
imageWir sind durch drei Regenbögen nach Vilcambamba gefahren. Beim Abendessen bot der Himmel noch eine Zugabe, am nächsten Abend die zweite. Mehrfach täglich wundere ich mich über das Wetter. Meist regnet es zugleich, wenn die Sonne scheint, und das rund zehnmal am Tag. Aber der Regen macht gar nicht nass. Auf rund 1700 Höhenmetern verdunstet er augenblicklich.

In den Bäumen und Büschen zwitschern gelbe, blaue, schwarze und rotbraune Vögel. Zilipp zilipp, macht der eine, der nächste Kiuwi, Kiuwi Kiuwiii, und einer hört sich an, als ob er immer wieder „Darth Vader“ ruft. Beim Frühstück holt ein Kolibri Nektar aus den Blüten am Rand der Restaurant-Terrasse. image

Fast traue ich mich nicht weiter zu schwärmen. Denn noch ist Vilcabamba nicht vom Tourismus beherrscht. Das Tal der Hundertjährigen und der Ort dessen Hauptstraße Avenida de la eterna Juventud (Straße der ewigen Jugend) heißt, gehen ihren gemütlichen Gang. Es scheint als könnte nichts und niemand diese Ruhe stören. Im Gegenteil: sie ergreift sogar Besitz von den Besuchern. Kein Wunder, dass die Menschen hier so alt werden. Stress ist in Vilcabamba ein Fremdwort.

Das gilt auch fürs Izcayluma. Am Eingang empfängt uns ein Schild „You are now entering a stressfree zone“. Mama kriegt eine Massage, während der Sohn ganz entspannt Schach spielt. Der Besuch im Nationalpark Podocarpus fällt aus, weil dort oben auf 3200 Metern Wolken und Stürme toben. Dafür haben wir Spaß im tropischen Garten und am Natursteinpool. Dabei treffen wir eine Menge netter Leute und das erste andere Kind aus Deutschland, den neun Monate alten Mika.

Eine deutsche Lodge zieht natürlich deutsche Gäste an. Von der Tourismusstudentin Sonja, die ein Auslandssemester in Cuenca macht und immer wieder herumreist, kriegen wir tolle Unterkunftstipps (Danke!). Hans wohnt seit elf Jahren hier und verkauft am Wochenende Kunsthandwerk in der Lodge. Er freut sich über jedes neue deutsche Buch, das hier ankommt. Und Dieter und sein Kompagnon sind sowieso zwei echte Schätze.

Erst als ich die weiteren Stationen in Ecuador plane fällt mir auf, dass unsere Zeit hier schon zur Hälfte vorbei ist. Nach dem Abendessen machen Mama und Sohn deshalb Halbzeit-Konferenz.

Mama: Jetzt sind wir schon zwei Wochen in Ecuador unterwegs. Wie gefällt es dir hier?

Sohn: Schön!

Was gefällt dir denn am besten?

Sohn: Der weiße Hund und der schwarze.

Mama: Und was noch?

Sohn: Schach und Swimmingpool.

Mama: Wir waren aber vorher auch schon woanders. Zum Beispiel in Cuenca, wo wir im Museum waren. Und auf dem Spielplatz im Park. Und Wandern rund um den See herum. Wie hat dir das gefallen?

Sohn: Doof.

Mama: Was war denn daran doof?

Sohn: Das Haus und unser Zimmer, und die Frau auch.

Mama: Und die kleine Wanderung am See?

imageIn diesem Moment kommt der schwarze Hund. und der Sohn verschwindet mit ihm in Richtung Bar. Mama nimmt dieselbe Richtung und trinkt nach zwei Wochen in Südamerika endlich den ersten Pisco Sour – gemixt vom österreichischen Barkeeper und garniert mit mehreren Partien Uno mit dem Sohn.

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