Brandenburg: Wandern durch die Glindower Alpen zum See

Wandern in Brandenburg am Glindower See

Von wegen Brandenburg kann nur Seen und Wald! Beim Wandern durch die Glindower Alpen in Brandenburg geht es über Stock und Stein bergauf und bergab durch Urwald, über Sanddünen, am sonnigen Waldrand und dann am See entlang. Viel abwechslungsreicher kann eine Wanderung kaum sein. Am Ausgangspunkt unserer Wanderung gibt’s zudem noch ein spannendes Industriedenkmal.

Glindower Alpen Wanderung

„Komm wir fahren in die Alpen. In die Glindower Alpen“, sage ich. „Oh ja! Jetzt gleich?“ fragt der Junior. Als sich zeigt, dass es nicht die Alpen sind, die er aus unseren Urlauben kennt ist er so enttäuscht, dass er schließlich ganz zuhause bleiben will. Nachher muss er einsehen: Er hat echt etwas verpasst. Macht aber nichts. Denn ich fahre garantiert nochmal nach Brandenburg zum Wandern in die Glindower Alpen.

Sandgrube in den Glindower Alpen in Brandenburg

Berge in Brandenburg?

Wer Brandenburg kennt, weiß, dass das Bundesland in Sachen Seen zwar kaum zu toppen ist, beim Thema Berge aber einfach nicht mitreden kann. Die höchste Erhebung in Brandenburg schafft gerade so die 200 Meter-Marke. Insofern ist der Name der Landschaft, durch die ich wandere – na sagen wir mal – gewagt.

Meine Wander-App Komoot verzeichnet nachher aber immerhin 160 Höhenmeter für mich. Ein paar ordentliche Steigungen und Abstiege sind tatsächlich dabei, aber immer schön gepflegt mit Holz-Stufen. Oft nehme ich den Weg an der Seite entlang. So bekommt meine Waden- und Schienbein-Muskulatur ein kleines Bergtraining.

Die Glindower Alpen sind wie fast alle Berge in Berlin und Brandenburg nicht ganz natürlich entstanden. Immerhin hat dort keiner Müll oder Kriegsschutt aufgeschüttet (der Ursprung der meisten Berge in Berlin). Dafür wird seit Jahrhunderten Tonerde abgebaut. So kommen die steilen Flanken in die Hügel des Naturschutzgebiets. Doch jetzt der Reihe nach.

Start am Ziegeleimuseum Glindow

Nach etwa einer Stunde Anfahrt aus Berlin Richtung Südwesten parke ich unseren Kastenwagen am Ziegeleimuseum Glindow. Das Museum ist geschlossen. Doch der Turm, in dem es untergebracht ist, sieht auch von außen schön aus. Nebenan ragt ein dicker Schornstein neben einem großen Rundbau, einem Brennofen, in den blauen Himmel. Er gehört zur Glindower Ziegelmanufaktur und ist wie der Ofen bis heute in Betrieb.

Der See schimmert durch die noch kahlen Frühlingsbäume und zieht mich magisch an. Nachdem ich mich auf einer guten Karte am Parkplatz orientiert habe, beschließe ich zunächst eine Schleife am See entlang zu ziehen, bevor ich in die Glindower Alpen aufsteige.

Ich folge einer autofreien Promenade, auf der im Sommer bestimmt reichlich Fahrradfahrer unterwegs sind, nach links. Rechts liegt der Glindower See, links reiht sich eine Laube an die nächste. Der dritte Weg nach rechts bringt mich zwischen Gärten hindurch zur Alpenstraße und zum Einstieg in die Glindower Alpen.

Ziegeleimuseum Glindow

Einstieg in die Glindower Alpen auf den Aussichtsberg Belvedere

Gleich drei Wanderwege führen dort in die Glindower Alpen. Ich wähle den „harten“ Einstieg und erklimme rechterhand die Stufen zum Belvedere. Auf einem Hochplateau mit nur wenigen Bäumen, Sandboden und Moosen steht ein Unterstand aus Holz mit Blick auf den See. Vor mir liegt eine große sandige und sonnige Freifläche. Danach tauche ich in Kiefernwald ein, den ich sobald nicht mehr verlasse.

Der Wald wandelt sein Gesicht jedoch immer wieder. Grün leuchten in der noch winterblassen Landschaft vor allem die Efeuranken, die sich an schlanken Laubbäumen nach oben winden.

Wald Wanderweg in Brandenburg

Wandern in Brandenburg

Bald geht es wieder treppab. In der Talsohle liegen unzählige umgebrochene Bäume. Manche sind bereits mit leuchtend grünem Moos überwachsen, andere wirken noch kahl und unheimlich. Der Boden ist feucht. Sand ist Moor gewichen. Hier waren früher die Tonteiche. Stege führen durch die Niederung, um einen Teich herum, auf dem noch Eis schwimmt. Dann geht es wieder mit Geländer und Stufen aus Holz bergauf.

Der schmale Wurzelsteig wird breiter und bald stehe ich vor einem imposanten siebenarmigen Baum – die Kaiserlinde ist auch ohne Blätter beeindruckend und bietet mir Platz für ein erstes kleines Picknick.

Kaiserlinde in den Glindower Alpen in Brandenburg

Lost Places im Naturschutzgebiet Glindower Alpen

Danach läuft der Weg relativ eben dahin. An einer Wegkreuzung wende ich mich nach links. Nach kurzer Zeit finden sich am Wegrand Überbleibsel der Loren-Gleise. Erst sind es nur einzelne Stücke, bald ein ganzer Schienenstrang. Doch der Weg endet an einem Verbotsschild. Hier beginnt das Gelände der aktiven Ziegeleimanufaktur Glindow.

Ich selbst nehme ab hier querwaldein einen weiten Bogen zurück zum Hauptweg. Doch das ist mühsam und wenig ergiebig. Deshalb empfehle ich euch einfach den gleichen kurzen Wegabschnitt bis dahin zurückzugehen, wo ihr abgebogen seid. Wenn ihr euch dann links wendet, wir der Wanderweg deutlich ruhiger.

Lorengleise vom Tonabbau in den Glindower Alpen

Am Uferweg zurück nach Glindow

Nach einem weiten Rechtsbogen komme ich an den sonnigen Waldrand. Hier sind leider schon alle Picknickplätze besetzt. Ich halte mich weiter links am Waldrand entlang und komme bald noch einmal zurück in den Wald. Auf der nächsten Lichtung finde ich schließlich einen sonnigen windgeschützten Picknickplatz.

Danach geht’s bergab und bald bin ich zurück am See. Ich folge dem Uferweg, der stellweise etwas matschig ist. Ein Bootssteg folgt auf den nächsten. Erst an einer Landspitze ist plötzlich Schluss damit. Der letzte Bootssteg bietet den besten Ausblick. Danach geht es einfach weiter am Ufer entlang zurück zum Parkplatz.

Insel im Glindower See (Brandenburg)

Mehr zu den Glindower Alpen und zum Wandern in Brandenburg

Glindow ist ein Ortsteil von Werder. Den Ausgangspunkt der Wanderung in den Glindower Alpen erreicht ihr mit dem Auto über den Berliner Ring (A10) oder von Potsdam aus über die B1. Mit der Bahn fahrt ihr bis Werder und nehmt von dort den Bus Richtung Beelitz.

Durch das Naturschutzgebiet Glindower Alpen führen viele verschiedene Wanderwege. Die 8,5 Kilometer lange Strecke, die ich gelaufen bin, habe ich bei Komoot für euch aufgezeichnet.

Weitere Ideen zum Wandern in Brandenburg und rund um Berlin findet ihr in meinem Beitrag mit Ausflugszielen in Brandenburg.

 

 

9 Kommentare

  1. Herrlich, in Werder haben wir in meinen Kindheitstagen öfters Urlaub gemacht. Noch heute liebe ich die Landschaften dort! Danke für die Erinnerungen!

    Beste Grüsse

  2. Vielen Dank für den schönen Artikel! Macht richtig Lust die Bayerischen Alpen mal gegen die Glindower Alpen zu tauschen 😉
    Liebe Grüße
    Elke

  3. Ich als Berliner habe noch nie was von gehört! Nächster Wochenend Trip geht aufjedenfall dorthin.
    LG

    • Ich war auch überrascht, als ich zum ersten Mal davon gehört habe. Bin gespannt auf deine Eindrücke!
      LG

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