Ab geht’s im Winter mit Kindern im Fichtelgebirge

Winter mit Kindern im Fichtelgebirge - Rodeln Luisenburg

– Winterurlaub jenseits der Skipisten –

Das Fichtelgebirge gilt zur Zeit der Berliner Winterferien Ende Januar als ziemlich schneesicher, und Pisten gibt es nicht nur rund um den Ochsenkopf. Ideale Voraussetzungen um dem Nachwuchs einen Skikurs angedeihen zu lassen. Doch auch jenseits der Abfahrtspisten können Familien im Winter mit Kindern im Fichtelgebirge jede Menge Spaß haben, zum Beispiel beim Skiwandern im dichten Loipennetz oder beim Rodeln auf bis zu zwei Kilometer langen Rodelstrecken.

Das Fichtelgebirge war früher einmal das Naherholungsgebiet der Westberliner. Inzwischen sind viele der Kinder, die damals mit ihren Eltern in dem nordbayrischen Mittelgebirge Urlaub gemacht haben, selbst Eltern. Wer dort Skifahren gelernt hat, bringt es auch seinen Kindern gern dort bei. Mein Sohn hat keine Lust auf Pistengaudi. Vielleicht kommt das noch. Vorerst will er lieber Schlittenfahren und – zu meiner Überraschung – Langlaufen! Im sogenannten „Nordic Park Fichtelgebirge“ gibt es dazu viel Gelegenheit. Mit eigenem Equipment muss man dazu noch nicht einmal die touristischen Zentren des Fichtelgebirges aufsuchen, sondern kann jeden der zahlreichen Hügel hinunterrodeln und an Bachläufen entlang Loipen selbst spuren oder selbst gespurte Loipen finden. Wir haben keine Langlauf-Ausrüstung und fahren deshalb zum Ochsenkopf.

Winter mit Kindern im Fichtelgebirge - Outdoor Stilleben

Der Ochsenkopf (1024m) ist zwar nur der zweithöchste, aber der bekannteste Gipfel des Fichtelgebirges. Er verfügt über eine gut ausgebaute touristische Infrastruktur. Zwei längere Skiabfahrten, ein Rodelhang, ein Übungshang für Kinder und Anfänger und eine ganzjährig betriebene Rodelbahn bieten im Winter mit Kindern im Fichtelgebirge Spaß am Berg. Rund um den Berg herum führt ein gut ausgebautes Netz an Loipen.

An der Talstation der Ochsenkopf-Seilbahn Nord in Bischofsgrün leihen wir uns in der Skischule Nordbayern Langlaufskier und Schuhe (halber Tag 22 Euro). Mein Sohn steht zum ersten Mal auf Skiern, ich seit rund 20 Jahren zum ersten Mal wieder. Die Mitarbeiterin des Skiverleihs schickt uns (Wieder-)Einsteiger zur Ringloipe am anderen Ende des Ortes Bischofsgrün. Dort geht es nach einem kurzen Zustieg weitgehend eben dahin.

Langlaufen im Winter mit Kindern im Fichtelgebirge

Es sind nicht allzu viele Skiwanderer unterwegs, so dass wir in unserem langsamen Tempo kaum jemand aufhalten. Außerdem treffen wir viele andere Anfänger. Dass auch die anderen mal das Gleichgewicht verlieren und mit überkreuzten Skiern im Schnee sitzen, ermutigt den Sohn enorm. Nach kurzer Zeit zieht er ab, als hätte er nie etwas anderes getan, und ich merke, dass Langlaufen wirklich Sport sein kann – auch mit Kind. Es tut gut, am Ende Schultern und Nacken zu dehnen.

Knapp zwei Stunden sind wir mit den Langlaufskiern unterwegs. Dabei geht es immer durch hohen Fichtenwald. Wenn wir stehen bleiben, hören wir in der Ferne manchmal die Bundesstraße. Doch insgesamt ist die Skiwanderung ein schönes, sportliches Naturerlebnis abseits des Pistenrummels. Ich bin überrascht, wie schnell mein gerade eben Siebenjähriger die komplexen Bewegungen lernt.

Bei der Rückfahrt durch den Ort zum Skiverleih schauen wir noch auf dem Marktplatz nach, ob der berühmte Schneemann von Bischofsgrün schon aufgebaut ist. Er soll der weltgrößte Naturschneemann sein, aber meist entsteht er erst am Faschingswochenende und wird dann groß gefeiert. Bei unserem Besuch ist am Marktplatz nur ein großer Haufen Schnee. Dafür finden wir zwei Schnee-Bären an einem Brunnen sitzen. Ich setze mich mal kurz dazu.

Winter mit Kindern im Fichtelgebirge - Schneebären Bischofsgrün

Während ich die Skier abgebe, schnappt sich der Sohn den Schlitten und macht sich auf zum Rodelberg. Auf der steilen und gut präparierten Rodelpiste geht es mit vollem Tempo etliche hundert Meter bergab. Manche landen unten unsanft im Schnee. Mein Rodelfan hat aber bereits Übung und weiß, wie er lenkt und bremst. Schließlich haben wir am vorherigen Tag auf einer Traumrodelstrecke trainiert.

Schlittenfahren an der Kösseine

Die schönste Rodelbahn im Fichtelgebirge ist eigentlich ein Wanderweg. Ich bin diese Tour als Teenie ein paar Mal im Dunkeln gefahren. Sie ist ein Schlittenspaß-Träumchen! Noch dazu führt sie durch eine absolut stille Naturlandschaft. Vom Wanderparkplatz im kleinen Weiler Kössain bei Schurbach aus stapfen wir mit unseren Schlitten im Schlepptau 1,8 ziemlich steile und buckelige Kilometer durch Fichtenmischwald nach oben. Der Winter mit Kindern im Fichtelgebirge kann wirklich idyllisch sein abseits der Pisten. Unser Ziel ist die markante Kösseine mit ihren zwei Bergspitzen.

Der anstrengende Anstieg führt vorbei an einem kleinen gemauerten Unterstellhäuschen und einem Brunnen. Der Sohn ist so begeistert bei der Sache, dass er zwar schon mal stöhnt, aber stets nach kurzen Pausen in ordentlichem Tempo weiterstapft und brav seinen Bobschlitten selbst hochzieht. Erst als wir uns dem Gipfel nähern, biegen wir vom steilen Waldweg auf den flacheren und breiteren Fahrweg ein. Es geht noch am Siebensternhaus vorbei, dann sehen wir hinter einer weiten Rechtskurve den Kösseineturm.

Der alte Turm aus dem Granit, der am Fuß des Berges gewonnen wird, bietet eine wundervolle Rundumsicht über das gesamte Fichtelgebirge, wenn das Wetter mitspielt. An klaren Tagen reicht der Blick im Osten bis nach Cheb in Tschechien und bis Bayreuth im Westen. Wir haben Pech und sehen vor undurchdringlichen Wolken- und Nebelwänden nur den nächstgelegenen Winterwald.

Deshalb gehen wir recht schnell vom eisigen Turm ins kuschlig-warme Kösseinehaus. Die bewirtschaftete Hütte ist bekannt für ihre gute Küche. Sie hat auch ein paar ordentliche Zimmer und ein 10er-Bettenlager. Wir freuen uns am meisten über die beiden bullernden Kachelöfen in den zwei gemütlichen Gaststuben, denn die neblig feuchte Kälte mischt sich in unseren Klamotten mit dem Schweiß vom anstrengenden Aufstieg. Während wir uns trocknen, gibt es Kaffee, Kinderpunsch und Kuchen – in bayrischer Größe.

Dann geht’s ab. Und wie! Zum Glück startet die rasante und lange Schlittenabfahrt auf der breiten Bahn und wird erst später schmaler. Oben lässt sich der Schlitten noch prima lenken und bremsen. Diese Übungsstrecke brauchen wir auch, um uns auf die Buckelpiste vorzubereiten. Für meinen schnee- und schlittenbegeisterten Sohn beginnt der Spaß erst dort.

Winter mit Kindern im Fichtelgebirge - Schlittenfahren Kösseine

Die Strecke hat etliche natürliche Sprungschanzen. Auf seinem Bobschlitten kann mein Sohn die Schräglagen besser ausgleichen als ich auf dem klassischen Holzschlitten. Während ich mal links mal rechts unfreiwillig im Gebüsch bremse, saust der Kleine mit lautem Juchhee an mir vorbei. Das letzte Stück ist so platt ausgefahren wie eine präparierte Piste und hat zwei perfekte Sprungschanzen. Wir fahren es knappe zehn Mal, bevor uns die Dämmerung nach Hause treibt.

Eine Rodel-Alternative für weniger Wagemutige gibt es am Nachbarberg Luisenburg. Am oberen Parkplatz der Luisenburg startet der Zustieg zu einer insgesamt 1500 Meter langen Rodelpiste. Der Weg führt durch lichten Fichtenmischwald eher sanft bergauf. Zwischendurch kann man immer wieder auf die Piste einsteigen, die sich auf einem etwas breiteren Fahrweg in weiten Kurven nicht übermäßig steil nach unten windet.

Winter mit Kindern im Fichtelgebirge - Rodeln 1

Natürlich gibt es noch jede Menge weiterer Möglichkeiten zum Langlaufen und Rodeln im Winter mit Kindern im Fichtelgebirge. Weitere Informationen zum Loipennetz findet ihr hier: nordic-parc-fichtelgebirge.de

Das Wetter spielt nicht mit oder ihr wollte mal etwas anderes als Schnee sehen? Donald Duck im Museum zum Beispiel, oder ein Spaßbad? Hier findet ihr unsere Tipps für das Fichtelgebirge mit Kindern bei Regen.

Habt ihr selbst noch Tipps, was man im Winter mit Kindern im Fichtelgebirge jenseits der Pisten unternehmen kann oder kennt ihr noch andere gute Rodelstrecken? Dann hinterlasst einen Kommentar.

Winter mit Kindern im Fichtelgebirge - Sonnenuntergang

5 Kommentare

  1. Mit der Rodelbahn durch absolut stille Naturlandschaft hast du mich gekriegt 🙂 Toller Tipp!!! Wie fährt man denn da am besten hin? Geht das auch mit Bahn und/oder Bus, oder braucht man vor Ort ein eigenes Auto? Liebe Grüße, Julia

    • Liebe Julia,
      Die gibt es da wirklich, und nicht nur eine. Ich genieße diese Stille sehr! Ein Auto ist vor Ort aber schon besser. Im ländlichen Bayern / Franken ist der öffentliche Nahverkehr nicht besonders gut ausgebaut.
      Liebe Grüße
      Gela

  2. Hallo Gela! Da wohne ich schon seit 27 Jahren in Berlin und habe es noch nie in das Fichtelgebirge geschafft. Deine Bilder sind super und machen richtig Lust auf den Ausflug! Hoffentlich klappt’s diesen Winter 🙂

    • Liebe Anne,
      wahrscheinlich bist du einfach zu jung ;-)! Die älteren hier geborenen Westberliner kennen das Fichtelgebirge meist noch aus Schullandheim-Reisen. Zu Mauerzeiten war es praktisch das Naherholungsgebiet, weil es nah an der DDR-Grenze lag. Freut mich, wenn ich dich anregen konnte, etwas Neues zu entdecken.
      Liebe Grüße
      Gela

  3. Pingback: Winterurlaub im Erzgebirge, eine Alternative zu den Alpen? | Reiseblog Viermal Fernweh

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