USA Roadtrip: Death Valley mit Kind

Death Valley mit Kind und Wasser am tiefsten Punkt der USA

Bei unserem Roadtrip durch den Südwesten der USA durfte das Death Valley nicht fehlen. Der tiefste Punkt der USA ist ein absoluter Höhepunkt meiner Wohnmobiltour mit Kind. Wir sind genau zur richtigen Zeit dort. Im April sind die Temperaturen dort angenehm, und wir dürfen mit dem Wohnmobil noch in den Nationalpark fahren, bevor es ab Mai so heiß wird, dass die Straßen für Wohnmobile gesperrt werden, weil zu gern die Reifen platzen.

– Reisereportage –

Ich nähere mich Death Valley mit Kind (5) im Wohnmobil von Osten her. Für uns geht es aus dem Tal des Feuers in Nevada ins kalifornische Tal des Todes. Die Strecke über die Kleinstadt Beatty wird meinem Reiseführer zufolge gern als Teststrecke für neue Automodelle benutzt. Davon ist nichts zu merken. Stattdessen ist sie fest in der Hand von Außerirdischen. An der Tankstelle begrüßt mich die Registrierkasse mit ihrer Anzeige freundlich als „Erdling“.

Death Valley mit Kind - außerirdische Tankstelle auf dem Weg dorthin

Der unterwegsmitkind-Sohn verschläft einen großen Teil der Strecke. Er wacht erst auf, als wir den letzten Bergrücken zum Tal des Todes überwunden haben. Der Ausblick ist so grandios, dass ich augenblicklich am Straßenrand stoppe. Von hier oben sieht es aus, als lägen riesige Seen im Tal. Tatsächlich aber ist es die trockenste Region in ganz Nordamerika. Diese optische Täuschung kostete viele der frühen Siedler auf ihrem Weg in den Westen das Leben. Ich frage mich, ob so der Name Death Valley entstanden ist.

Death Valley mit Kind - Straße von Beatty

Eis? Nein. Salz im Death Valley mit Kind

„Eis!“, ruft mein Sohn begeistert, als wir die Talsohle erreichen. „Das ist Salz“, entgegne ich. „Salz? Das glaub ich nicht“, heißt es vom Beifahrersitz. Also raus aus dem Wohnmobil und hinein in den weißbeschichteten Acker. Der Boden ist so braun, matschig und uneben wie ein frisch gepflügtes Feld, doch überzogen von einer weißen Kruste. Mein neugieriges Kind ertastet die weißen Kristalle, lässt sie zwischen den Fingern zerrieseln, und schleckt schließlich. „Bäh! Das ist wirklich Salz“, schreit er kurz später in die Stille hinein. Hier im Norden ist das Death Valley kaum besucht.

Death Valley mit Kind - Salzkruste

Die meisten Touristen kommen über Zabriskie Point zum Besucherzentrum und Campground am Furnace Creek und wenden sich von dort nach Süden zum Badwater Basin. Am tiefsten Punkt der USA, 86 Meter unter dem Meeresspiegel, ist die Salzkruste meterdick. Wie auf einem Gletscher sticht die Sonne von oben und unten zugleich. Selbst mit Sonnenbrille ist es so hell, dass wir die Augen zusammenkneifen. Im Kontrast zu der gut besuchten, weißen Salzkruste leuchten sogar die eigentlich dezenten Braunschattierungen von Erde und Felsen in der Umgebung.

Death Valley mit Kind - Farbspiele

Wir haben von nun ab selbst bei kurzen Spaziergängen immer eine kleine Flasche Wasser dabei. Denn die Luft ist so trocken, dass man mehr trinken muss als man Durst hat, um nicht auszutrocknen. Mindestens vier Liter am Tag empfiehlt die Parkverwaltung. In der Park-Zeitung warnt sie: „This is harsh environment.“ Harte Umweltbedingungen können jeden Notfall lebensgefährlich machen – vor allem, wenn man im Death Valley mit Kind unterwegs ist und kein Wasser dabei hat.

Koyoten am Wohnmobil

Nach vielen kalten Nächten auf dem Colorado Plateau beim Grand Canyon und im Valley of Fire freuen wir uns über den milden Abend am Furnace Creek. Wir haben Glück und bekommen ohne Reservierung einen Stellplatz für die Nacht. Die Sonne ist untergegangen, der Mond steht am lilafarbenen Himmel, und wir spielen Fußball zwischen den Feuerschalen hinter unserem Stellplatz.

Death Valley mit Kind - Wohnmobilstellplatz Furnace Creek

Plötzlich lässt ein Heulen das leise Murmeln der Camper rund um uns herum verstummen. Da ist es nochmal. Wie einige andere gehen wir dem Geräusch nach. Am Rand des Campingplatzes verschwinden zwei Kojoten in den Büschen. Es müssen noch junge Kojoten gewesen sein, sind die Ranger sicher, die sich zu dem Spähtrupp gesellt haben. Nur die Jungen würden sich bei der Nahrungssuche so nah an Menschen heranwagen, sagen sie. Da fällt meinem Sohn ein, dass er Hunger hat. Also machen wir uns schnell Spaghetti mit Tomatensauce und Salat, und als Nachtisch grillen wir Marshmellows über dem Feuer.

 Death Valley mit Kind - Koyote

Nachdem wir die Salzpfannen im Death Valley schon mit allen Sinnen erkundet haben, gehen wir am nächsten Morgen auf Entdeckungstour in die Berge, die das riesige Tal umrahmen. Nach kurzer Fahrt starten wir mit dem Gold Canyon Trail. Der insgesamt drei Kilometer lange Weg windet sich ohne große Steigung mal schmal mal breit durch eine Schlucht zu einer Felsformation, die rote Kathedrale genannt wird – der Grund ist augenscheinlich.

Death Valley mit Kind - Felsenformation Red Cathedral

Marmorrutsche im Death Valley mit Kind

Nach diesem Spaziergang kann sich mein kleiner Reisecompagnon auf dem Beifahrersitz ausruhen, während wir für den Rückweg den „Artists Drive“ wählen. Er hat seinen Namen erhalten, weil die Felsen hier so bunt sind wie die Pallette eines Malers. Gut, dass wir das kleinste Wohnmobil aus der Flotte von Cruise America haben, denn das schmale Einbahnsträßchen führt zwischen Felsen hindurch um enge Kurven und ist deshalb für längere Fahrzeuge gesperrt. An einer Stelle muss ich den Seitenspiegel einklappen, um die Kurve zu kriegen.

Death Valley mit Kind - Artists Drive

Am Nachmittag geht es weiter zum Mosaic Canyon. Die Landschaft ähnelt dem Gold Canyon, doch statt gelb und orange dominiert hier lila und weiß im Gestein, als hätte einer den Farbfilter gewechselt. Außerdem steigt der Weg recht steil an. Wir klettern über immer größere Felsblöcke, die komplett glatt geschliffen sind. Füße und Hände finden kaum Halt, doch der Stein fühlt sich herrlich an. Es ist Marmor, verrät die Nationalpark-Zeitung.

Death Valley mit Kind - Marmorrutsche

Der kleine Entdecker an meiner Seite benutzt die abschüssigen Marmorflächen als Rutsche. Von dieser Marmorrutsche schwärmt er später immer wieder. Dass wir auf diese Weise nicht weit kommen, stört mich wenig. Denn der schmale Einstieg in den Mosaic Canyon soll ohnehin der abenteuerlichste Teil des insgesamt drei Kilometer langen Wanderpfads sein, der in die Felsen hinein und auf dem gleichen Weg wieder heraus führt. Hier stehen die Marmorwände am engsten beieinander.

Mondaufgang in den Dünen

Als wir die Felswände hinter uns lassen, blicken wir auf eine weite Ebene. Im Tal liegt die kleine Siedlung Stovepipe Wells. Es ist neben Furnace Creek das zweite Versorgungszentrum im Nationalpark: Eine Tankstelle mit Lädchen, Restaurant, Hotel, Campground und eine handvoll Häuser mitten im Nichts, dekoriert mit historischen Fuhrwerken.

Death Valley (USA): Feuerwehr Oldtimer

Neben dem Örtchen ist das Nichts sandig. Dort liegen die Mesquite Flat Sand Dunes, unser nächstes Ziel. Die Sanddünen steigen sanft an. Der Aufstieg ist weder lang noch steil, aber trotzdem anstrengend. Immer wieder gibt der Sand nach. Um von einer Düne zur nächsten zu kommen, müssen wir runter und wieder hinauf. Eng und geschützt ist es in den Dünentälern. Von oben dagegen reicht der Blick weit über die Ebene mit den Salzpfannen. Die wenigen Besucher verlieren sich als ferne Punkte in der welligen Dünenlandschaft. Ein leichter Wind weht. Sanft färbt sich der Himmel ein. Bald wird die Sonne untergehen. Gleichzeitig steigt im Osten der Mond aus lila Dunst auf. Ich genieße die beiden Farbschauspiele am Himmel.

Mondaufgang im Death Valley

Dem Kind fehlt für stimmungsvolle Sonnenunter- und Mondaufgänge noch der Sinn. Es nutzt die Sandhügel für neue Rutschpartien, rennt die Dünen hinauf und hinunter, ohne müde zu werden. Als wir der magischen Landschaft den Rücken zukehren, ist es schon fast dunkel. Wir bleiben über Nacht auf dem kaum besuchten Campground von Stovepipe Wells.

Death Valley mit Kind - Sonnenuntergang in der Wüste

USA Roadtrip mit Kind: Durch die Wüste

Bevor wir am nächsten Tag die Mojave Wüste ansteuern, nehmen wir uns noch Zeit, um die Überreste eines Borax-Bergwerks zu erkunden und die abenteuerliche Geschichte der 20-Mule-Waggons (Maultierwägen) zu lesen, die in den USA in jedem Geschichtsbuch steht. Mit den Wägen wurden die Bodenschätze aus dem unwirtlichen Wüstental hinaus transportiert, weil andere Fahrzeuge an dem Gelände gescheitert sind. Die furchtlosen Männer, die diese Transporte begleitet haben, werden wie Helden verehrt. Das wertvolle Material musste zur nächsten Eisenbahnlinie gebracht werden. Der mehrere 100 Meilen weite Weg führt durchgehend durch Wüste. Als wir die Strecke fahren, erleben wir eine Fata Morgana.

Wollt ihr wissen, wie unser Roadtrip weitergeht? In der Mojavewüste hatten wir unglaublich viel Glück im Unglück.

Seid Ihr neugierig geworden und wollt mehr über das Death Valley erfahren? Andreas und Jenny von Travelisto haben es im Sommer erkundet: http://www.travelisto.net/blog/detail/death-valley

Wart ihr auch schon im Death Valley? Was hat euch am besten gefallen?

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