Feuerrote Felsen im Valley of Fire (USA mit Kindern)

– USA mit Kind alleine –

Das Valley of Fire im US-Bundesstaat Nevada, rund 50 Meilen nordöstlich von Las Vegas, war eines der Highlights auf meiner Wohnmobiltour durch die USA mit Kind alleine. Der unterwegsmitkind-Sohn und ich haben uns dort einfach sauwohl gefühlt. Die Felswüste ist nicht nur knallrote Kulisse, sondern auch ein genialer steinerner Spielplatz. Warum der Valley of Fire State Park bei einer Reise in die USA mit Kind alleine oder als Familie auf jeden Fall einen ausgiebigen Besuch verdient, lest ihr hier.

Mit diesem Beitrag löse ich ein Versprechen ein. Gleichzeitig steuere ich ihn zur Blogparade von dastoa zum Thema Reisen und Ausflüge mit Kindern in Amerika bei –

Wir sehen Rot. Feuerrot. Und Felsen. Felsen über Felsen. Feuerrote Felsen. Nicht nur ich bin begeistert, als sich das Tal kurz vor Sonnenuntergang vor uns öffnet. „Ist das schön hier“, staunt mein Junior-Reisepartner auf dem Beifahrersitz des Wohnmobils, während wir immer tiefer in das orangerote Leuchten eintauchen. Wir wollen auf dem Campground im Park übernachten mit den roten Felsen als direkten Nachbarn.

Wenig später beziehen wir einen der schönsten Schlafplätze unserer Reise. Am nächsten Morgen müssen wir neu reservieren. Denn soviel steht schnell fest: Hier bleiben wir länger als die geplante eine Nacht. Auf dem kurzen Fußweg zu den Campground-Hosts – einem Ehepaar, das den Platz vor Ort betreut und pflegt – legen wir eine kleine Kletterrunde ein. Ein Vater steht mit zwei Schulkindern ganz oben auf dem zehn Meter hohen Felsen neben uns. Das spornt zur Nachahmung an. Es will uns nicht ganz gelingen, doch wir holen unsere Klettererfolge im Lauf des Tages nach.

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Kletterfelsen als Kinderspielplatz

Mit dem Wohnmobil starten wir nach der Campingplatz-Reservierung zum Besucherzentrum, um uns eine Landkarte des Stateparks mit Routen-Infos zu besorgen. Die kleine Ausstellung über Flora und Fauna zwischen den roten Felsen überfliegen wir nur. Denn die Kletterfelsen locken zu sehr. Kaum verlassen wir den Parkplatz des Besucherzentrums, lege ich schon den ersten Fotostopp ein. Mein kleiner Mitfahrer drängelt zur Weiterfahrt bis zu unserem ersten Rundgang. Er will die Felsenlandschaft nicht nur sehen, sondern spüren. Dafür habe ich drei kurze Rundgänge ausgewählt, wie sie in vielen National- und Stateparks angelegt sind.

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Durch tiefen Sand stapfen wir zunächst in den noch schattigen Petroglyph Canyon. Gibt es hier Skorpione? Eine amerikanische Familie läuft barfuß. Also trauen wir uns das auch. Ohne Schuhe geht es viel schneller und macht mehr Spaß. Das Kind fällt trotzdem hin und wieder auf die Knie um in dem kühlen Sand zu buddeln. Die Verlockung ist einfach zu groß. Am Ende des Canyons kann das Kind in Ruhe buddeln, während ich auf die 3000 Jahre alten indianischen Felszeichnungen hinabblicke, die die Felswände in der Schlucht vor uns markieren. Der Rückweg geht schneller. Wir sind beide durstig und waten um die Wette durch den Sand, der sich nun langsam in der Sonne erwärmt.

Westernkulissen in den USA mit Kind erleben

Nach der Trinkpause fahren wir den nächsten Rundweg an. Rainbow Vista – Regenbogenblick heißt diese Region des Stateparks, weil die Felsen hier in allen Farben schimmern. Es geht über einen Schotterweg mit weiten Ausblicken – schön für mich, aber langweilig für meinen kleinen Reisegefährten.

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Wir kürzen ab und fahren zehn gemächliche Kilometer mit vielen Fotostopps zu den White Domes. Jetzt sind wir mitten in einer Westernkulisse. In den 60er Jahren wurde hier der mehrfach ausgezeichnete politische Western „Die gefürchteten Vier“ (Originaltitel: The Professionals) gedreht. Von den Kulissenbauten, in denen Lee Marvin, Burt Lancaster und Claudia Cardinale mexikanische Revolutionäre gemimt haben, stehen noch Reste.

Viel spektakulärer sind aber die Felsen. Zwischen riesigen, zu Sandstein erstarrten Wanderdünen hindurch stapfen wir erst durch tiefen Sand, bevor es einige Steinstufen abwärts in eine orange gestreifte Schlucht hineingeht. Sie ist an einer Stelle so eng, dass wir beide Felswände berühren, wenn wir die Arme ausbreiten. Am Ausgang erwartet uns eine andere Landschaft. Zu dem Orange haben sich nun Lila, Weiß und Gelb in die Felsschichten gemischt. So haben wir auch hier einen Regenbogenblick. Den genießen wir bei einem Picknick nach dem gut zwei Kilometer langen Rundweg.

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Fotogene Felsformationen

Während der unterwegsmitkind-Sohn auf dem Beifahrersitz ein Nickerchen hält, kann ich auf dem Rückweg so viele Fotostopps einlegen, wie ich möchte. Jippie! Natürlich darf auch der berühmte Elefantenfels nicht fehlen, bevor wir zum Campground zurückfahren. Rund um den Stellplatz gibt es schließlich auch noch genug zu sehen. Nach einer Runde Versteckspiel in den Felsen finden wir bei unserem Nachmittagsspaziergang einen Felsenbogen und einen großen Sandsteinblock mit weiteren indianischen Petroglyphen.

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Doch der schönste Naturspielplatz im Statepark erwartet uns am nächsten Tag. In der Felsformation mit dem bezeichnenden Namen Beehives (Bienenstöcke) winken wir uns durch Felsenfenster zu, kriechen durch kleine leuchtend rote Höhlen und rennen schiefe Ebenen auf Aussichtsfelsen hoch. Ich genieße den Blick über die friedlich fröhliche Landschaft. Der Sohn spielt Biene, schleicht sich an und sticht mich. Das könnte jetzt den ganzen Tag so weiter gehen. Doch unser nächstes Ziel lockt.

Weitere Infos zum Nevada State Park Valley of Fire

http://parks.nv.gov/parks/valley-of-fire-state-park/

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8 Kommentare

  1. Liebe Angela,
    da kommen Urlaubserinnerungen auf. Eine so tolle Gegend.
    Freut mich, dass du mit dem Artikel an der Blogparade teilnimmst. Ich verfolge deine Berichte schon länger, daher ehrt es mich ganz besonders, dass du dabei bist!
    LG
    Regina

  2. Hallo Gela,
    wunderschön. Dieses Rot erinnert mich an die Wadi Rum Wüste in Jordanien. Die hat mich auch schwer beeindruckt.

    • Liebe Sabine,
      danke! Die Farben hatten es uns auch sehr angetan – und Jordanien mit Wadi Rum steht weit oben auf der Liste 😉
      Liebe Grüße
      Gela

  3. Das Valley of Fire hat mich auch schwer beeindruckt. Als wir dort waren war es allerdings so dermaßen heiß, dass an viele Aktivitäten nicht zu denken war. Außerdem war das Töchterlein noch ziemlich klein und die Hitze hat ihr sehr zugesetzt. Ich fand vor allem die Campgropunds genial – so viel Platz und fast alleine dort.

    • Liebe Eva,
      danke für deine Rückmeldung. Schade, dass ihr mit dem Klima so ein „Pech“ hattet. Aber die Campgrounds sind wirklich einfach spitze!
      Liebe Grüße
      Gela

  4. Das ist ein super Ort und viel schöner gar als erwartet! Bei uns war es allerdings auch sehr heiß, daher haben wir nur White Dome gemacht – eine tolle Strecke und der kleinen Mann in der Trage hatte dort immerhin hin und wieder Schatten. Zum Spielen auf den Felsen reichte es noch nicht, aber im roten Sand buddeln war super 🙂

    • Liebe Mel,
      es freut mich, dass es euch dort auch so gut gefallen hat. Es stimmt, das Tal kann im Sommer schon sehr heiß sein. Wir haben uns über die angenehmen warmen Temperaturen im April gefreut, weil wir 2 Nächte vorher noch am Grand Canyonrand gefroren haben.
      Liebe Grüße
      Gela

  5. Pingback: Blogparade Reisen und Ausflüge mit Kindern in Amerika (Kontinent)

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