Gelandet

Mir ist schwindlig. Die 17 Treppen zu unserem Hostelzimmer in Quito rauben mir den Atem. Der Sohn flitzt aber munter durch den kleinen Garten. Wir warten aufs Frühstück. Frische Früchte locken schon ans kleine Buffet. Mit uns wartet eine französischsprechende Familie mit einem 2-jährigem Sohn. Vor den Fenstern wird Kabelsalat nach bester südamerikanischer Art serviert. Ich bin gespannt auf Quito an Sylvester.
Taxi oder was?
Der Taxifahrer hat uns erzählt, dass mittags die Geschäfte Pappmaché-Puppen verbrennen. Nachts machen das alle Quitenos. Nachts werden wir es aber nicht miterleben. Vielleicht kriegen wir dafür heute Mittag einen Eindruck, von dem, was da passiert.
Unser Taxifahrer war eigentlich keiner, sondern arbeitsloser angeblicher Bruder einer Hostelmitarbeiterin. Das Taxi war auch keines, sondern ein Mitsubishi-Kombi, Baujahr 1992 (dem „zu verkaufen“-Schild zufolge), in dem man bei geschlossenen Fenstern wohl eine Benzinvergiftung gekriegt hätte. Aber bei 20 Grad war das kein Problem. Kindersitz? Gurt? Wer braucht sowas in Ecuador. Da stellt der Chef auch mal drei Stühle auf seinen Pritschenwagen, damit er seine Arbeiter mitnehmen kann. Alles etwas anders hier.
Von Pfeilen, die Aufzug fahren und Toiletten die selbst spülen
Das fand der Sohn schon auf dem Flughafen von Amsterdam, wo wir nach einem kurzen Hüpfer durch die Luft zwischengelandet sind. Wegweiser lesen will gelernt sein. Nicht alle Piktogramme sind für alle verständlich. Der Sohn hat einen Pfeil entdeckt, der Aufzug fuhr. Der Mama blieb der Sinn verborgen. Den Weg zum nächsten Gate haben wir trotzdem gefunden. Der Sohn lernt dabei Hollands touristische Qunitessenz kennen: Holzpantoffeln als Spardosen, Schüsseln oder Schlüsselanhänger. Ein Laden mit unzähligen Tulpenzwiebeln und Käse in allen Größen und Formen. Den kurzen Auslauf vor dem 13-Stunden-Flug nutzen wir zum Austoben mit Fangenspielen und Kästchenhüpfen.
Danach überrascht KLM mit richtig gutem Service. Stündlich gibt es Getränke. Der Sohn fällt in Tiefschlaf, schließlich war die Nacht vier Stünde kürzer als sonst. er verschläft das Mittagessen. „Wann kommt mein Essen mit den Stewardessen“, reimt ein ausgeschlafener Sohn drei Stunden später. Die Crew hat es ihm auf meine Bitte hin tatsächlich aufgehoben und nochmal angewärmt. „Die Stewardessen haben vergessen Mittag zu essen“ reimt der Sohn munter weiter. Die zweite Hälfte der Flugzeit vergeht ebenso schnell wie die erste, dem Bordfernsehen sei Dank. Der Sohn amüsiert sich über Nemo. Die Mama strickt schnell noch Plan B, falls wir in Quito höhenkrank werden. Vor dem Abendessen gibts noch eine Runde UNO. Das erste Abenteuer Langsteckenflug ist überstanden.

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