Im Oktober leuchtet Berlin wieder bunt. Das liegt nicht nur an den schönen Herbstblättern, sondern auch am Festival of Lights. Als Abend-/Nacht-Veranstaltung ist das Lichterspektakel nur bedingt für kleine Kinder geeignet. Trotzdem lohnt sich der abendliche Ausflug nach Berlin-Mitte auch für Familien mit Kindern. Denn die bunten Lichter bringen Kleine und Große zum Staunen.
Festival of Lights mit Kindern - unsere Erfahrungen
Der Sohn musste knapp sechs Jahre alt werden, bevor er das famose Lichterspektakel zum ersten Mal sehen konnte. Denn als er noch kleiner war, hat er um diese Uhrzeit oft schon geschlafen. Aber Kinder sind ja sehr unterschiedlich und für die Nachtschwärmer unter den Kleinen ist das Festival of Lights auf jeden Fall ein unvergessliches Erlebnis.
Zum ersten Mal habe ich am allerletzten Abend 2015 das Festival of Lights mit Kindern besucht. Damals hat es zwar schon alle wichtigen Sehenswürdigkeiten in Berlin umfasst. Aber die Besucherzahlen hielten sich noch in Grenzen. Es war viel los, aber es war überschaubar und entspannt.
2025 waren wir wieder dort - und kämpften uns durch die Menschenmassen. Wir hatten einen Samstagabend für den Besuch gewählt. Gefühlt strömte an diesem Abend ganz Berlin über den Boulevard Unter den Linden. Es war so voll, dass ich ernsthaft überlegt habe, ob ich das Event für Familien mit kleinen Kindern überhaupt noch empfehlen kann. Aber die Lichtkunstwerke sind natürlich immer noch toll. Und am Potsdamer Platz war es dann schließlich auch deutlich entspannter.
Positiv aufgefallen ist mir beim letzten Besuch auch, dass es zusätzliche kostenlose Angebote rund um das Festival gibt. Wir konnten uns zum Beispiel zwischendurch bei einer kostenlosen immersiven Lichtshow im VW-Showroom Unter den Linden aufwärmen und vom Stehen und Gehen erholen. Ob und wo es so etwas 2026 wieder gibt, müsst ihr selbst herausfinden.
Festival of Lights Berlin 2026 auf einen Blick
Beim Festival of Lights Berlin werden bekannte Sehenswürdigkeiten zu riesigen Lichtkunstwerken. Ganze Plätze verwandeln sich in Bühnen für Lichtkunst. Kleine und große Nachtschwärmer haben jede Menge zu gucken und kommen aus dem Staunen kaum heraus.
- Datum: 9. bis 18. Oktober 2026
- Uhrzeit: täglich 19 bis 23 Uhr
- Motto: Colours of Love
- Wo? Berlin-Mitte
- Eintritt: Öffentliche Illuminationen kostenlos

Was ist das Festival of Lights?
Das Festival of Lights ist ein internationales Lichtkunstfestival, bei dem Berliner Wahrzeichen, historische Gebäude und Plätze mit Lichtinstallationen, Projektionen und Videomappings in Szene gesetzt werden.
Dabei werden die Gebäude nicht einfach bunt angestrahlt. Lichtkünstler nutzen die Fassaden als riesige Projektionsflächen und stimmen ihre Kunstwerke auf die Architektur ab. Farben wechseln, Bilder bewegen sich und manchmal scheint es, als würden sich die Gebäude selbst verändern.
Für Kinder gibt es wohl kaum einen leichteren Zugang zu einem Kunsterlebnis. Auch ohne Vorwissen kann man einfach Spaß daran haben. Gleichzeitig ist es zumindest für die Kleinen aufregend, wenn sie am Abend draußen unterwegs sein können. Denn ein abendlicher Berlin-Spaziergang ist auch nichts Alltägliches.
Seit wann gibt es das Festival of Lights?
Das Festival of Lights gibt es in Berlin bereits seit 2005. Es begann mit der Illumination einiger Berliner Wahrzeichen und entwickelte sich zu einem international bekannten Lichtkunstfestival – jedoch nicht ohne Krisen. Zwischendurch stand die Finanzierung in Frage.
Initiatorin, Produzentin und künstlerische Leiterin ist Birgit Zander. Sie organisiert das Festival mit ihrer Eventagentur und setzt es mit Partnern, Unterstützern und Sponsoren um.
Im Laufe der Jahre kamen aufwendige Projektionen, 3D-Videomappings und Lichtinstallationen hinzu. Das Grundprinzip ist aber geblieben: Berliner Architektur wird zur Leinwand für Lichtkunst – umsonst und draußen.
Die Highlights für Familien
Manche illuminierten Orte wechseln von Jahr zu Jahr. Einige Berliner Wahrzeichen sind aber immer dabei.
Fernsehturm und Alexanderplatz
Der Fernsehturm gehört zu den bekanntesten Festivalmotiven. Wenn seine Kugel und der Turmschaft nachts leuchten, wirkt das Berliner Wahrzeichen ganz anders.
Für einen abendlichen Familienausflug zum Festival of Lights mit Kindern ist der Alexanderplatz ein guter erster Stopp. Denn der Fernsehturm ist schon von Weitem sichtbar und die wechselnden Lichtinszenierungen entfalten einen schnellen Wow-Effekt.
Berliner Dom und Museumsinsel
Viel geboten wir rund um das Stadtschloss den Berliner Dom und die Museumsinsel. Allein den wechselnden Videoprojektionen am Dom kann man eine Viertelstunde lang zusehen, bevor sie sich wiederholen und man alle Details erfasst hat.
2026 gibt es im Berliner Dom im Rahmen des Festivals erstmals zusätzliche, kostenpflichtige Veranstaltungen. Bei „Beyond the Light – Reflections“ wird der Innenraum mit einer 3D-Videoshow inszeniert, und das „Festival of Lights in Concert“ kombiniert Lichtkunst und Ambient-Musik.
Bebelplatz
Auch für den Bebelplatz sollte man genug Zeit einplanen. Der Platz zwischen Humboldt Universität und Staatsoper ist einer der stimmungsvollsten Orte beim Festival of Lights Berlin mit Kindern. Familien sind hier von vier Seiten von Lichtprojektionen auf historischen Gebäuden umgeben – ein fast schon immersives Erlebnis.
Für Teenager nebenbei interessant: Am Bebelplatz haben die Nationalsozialisten die Bücherverbrennung inszeniert. Ein Schild erinnert daran, aber das werdet ihr beim gut besuchten Festival of Lights höchstens zufällig finden.
Brandenburger Tor
Das Brandenburger Tor gehört natürlich zu den großen Berliner Fotomotiven und wird auch beim Festival of Lights jedes Jahr beleuchtet. Auch hier kann es ziemlich voll werden.
Potsdamer Platz
Am Potsdamer Platz ist meist etwas weniger los. Hier werden Videos auf moderne Hochhäuser projeziert.
2025 war auch der Boden der Fußgängerpassage illuminiert. Dieses interaktive Lichtkunstwerk konnten Kinder mit ihren eigenen Licht- und Schattenspielen mitgestalten.

Die wichtigsten Tipps für das Festival of Lights mit Kindern
Für welches Alter?
Das Festival ist grundsätzlich familiengeeignet. Eine Herausforderung ist die Uhrzeit. Mit Kindergartenkindern kann der Besuch funktionieren, wenn sie abends lange wach bleiben. Für Grundschulkinder ist das Festival gut geeignet. Auch ältere Kinder und Teenager haben meist Spaß an den Projektionen und können zusätzlich etwas über die Geschichte der Gebäude erfahren. Vom Alter der Kinder solltet ihr auch euren Aktionsradius abhängig machen.
Weniger ist mehr
Versucht nicht, möglichst viele Standorte an einem Abend abzuhaken. Vom Alexanderplatz bis zum Potsdamer Platz am Brandenburger Tor vorbei sind es mehr als drei Kilometer Abendspaziergang (einfache Strecke). Beschränkt euch mit kleinen Kindern auf die Museumsinsel und den Bebelplatz, die dicht beieinander liegen.
Bequeme Schuhe und warme Kleidung
Im Oktober kann es abends schon ziemlich kalt werden. Außerdem steht ihr bei den Projektionen immer wieder längere Zeit ohne Bewegung herum. Warme Kleidung ist deshalb wichtig, möglichst im Zwiebellook. Und bequeme Schuhe sind ohnehin ein Muss.
Kinderwagen mitnehmen?
Beliebt macht ihr euch damit im Gedränge nicht. Ein wendiges (Klapp-)Modell ist in jedem Fall angenehmer als ein großer, sperriger Kinderwagen. Bei Kindern, die eigentlich schon gut laufen, kann ein Kinderwagen trotzdem sehr hilfreich sein, wenn sie spätabends müde werden.
Proviant einpacken!
Nehmt eine Thermoskanne Tee und ein paar leckere Snacks mit. Es gibt zwar immer wieder Imbisse und Restaurants. Aber dort müsst ihr mit Wartezeiten rechnen.
Zum Aufwärmen und bei großem Hunger kann ein Restaurantbesuch zwischendurch dennoch sinnvoll sein. Eine große Auswahl gibt es in der Nähe des Potsdamer Platzes.
Welcher Wochentag?
Das ist gar nicht so leicht zu entscheiden. Weniger Besucher hat das Festival of Lights an den Wochentagen. Dafür ist an den Wochenenden die Straße Unter den Linden für Autos gesperrt. Dann wird es aber an den bekannten Hotspots sehr voll. Was ist euch lieber?
Notfall-Armband und Treffpunkt
Manchmal genügt ein winziger Augenblick, und das Kind ist im Gedränge nicht mehr zu sehen. Stattet kleine Kinder für solche Fälle mit einem Notfall-Armband aus oder schreibt ihnen eure Handy-Nummer auf den Arm oder Handrücken. Mit größeren Kindern könnt ihr außerdem einen Treffpunkt vereinbaren, falls sie noch kein eigenes Handy haben.
Schnitzeljagd
Das Interesse der Kinder lässt zu schnell nach? Dann stellt ihnen kleine, lustige Aufgaben: Wer entdeckt zuerst ein Herz, einen Stern oder ein bestimmtes Tier in den Projektionen?

Festival of Lights mit Kindern per Bus oder Schiff
Schiffstouren auf der Spree gehen zwar am Haupt-Geschehen in Berlin-Mitte vorbei. Die Oberbaumbrücke ist jedoch 2026 ebenfalls angestrahlt und vom Schiff aus am schönsten.
Eine Lightseeing-Bustour kann praktisch sein, wenn ihr beim Festival of Lights mit Kindern viele Highlights erleben wollt. Eine 2026 angebotene Tour dauert rund 2,5 Stunden und beinhaltet drei Fotostopps. (buchbar zum Beispiel bei visitberlin.de)
Beide Angebote bieten den Vorteil, dass ihr weniger laufen und euch nicht selbst um die Route und Orientierung kümmern musst. Der Nachteil ist jedoch, dass ihr weniger flexibel seid. Wenn die Kinder nach einer Stunde genug haben, könnt ihr eine selbst geplante Route einfacher abkürzen.
Fototipps für das Festival of Lights
Das Festival ist ein Paradies für Fotografen. Nutzt den Nachtmodus eures Smartphones und haltet es möglichst ruhig, damit die Aufnahmen nicht verwackeln.
Schön sind nicht nur Fotos der kompletten Gebäude. Probiert auch einmal:
- Kinder-Silhouetten vor den Lichtinstallationen
- Detailaufnahmen aus Projektionen
- ungewöhnliche Perspektiven von unten
- und wenn Platz ist Spiegelungen in Pfützen.
Weitere Tipps für das Festival of Lights Berlin
Wenn ihr möglichst viele der Lichtinstallationen sehen möchtet, dann nehmt den Bus 100 vom Alexanderplatz zum Zoo (oder umgekehrt). Der fährt an vielen beleuchteten Sehenswürdigkeiten vorbei und bietet damit eine günstige Stadtrundfahrt.
Mehr über die Stadtrundfahrt mit der Buslinie 100 durch Berlin.
Weitere Infos, Veranstaltungstermine zum Festival of Lights, etc. : https://festival-of-lights.de/de/
Wart ihr auch schon mit Kindern beim Festival of Lights? Wie hat es euch und euren Kids gefallen? Schreibt uns von euren Eindrücken!











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