Kurzt®ipp: Museumspark Rüdersdorf mit Kind

– Lost Places, Industriedenkmal, Ausgrabungsstätte, Freilichtmuseum, GoKart-Rumpelstrecke und Abenteuerspielplatz – oder was? Nach meinem lange geplanten und immer wieder verschobenen Ausflug zum Museumspark Rüdersdorf mit Kind kann ich mich am Abend nicht entscheiden, was ich nun tagsüber eigentlich erlebt habe. Fest steht eines: Es war absolut überraschend und wirklich empfehlenswert – und das fand auch mein Sohn.

– Ein Kurzt®ipp mit vielen Bildern –

„Cool! Wo gehts da denn hin?!“ fragt der unterwegsmitkind-Sohn (7) als wir durch eine niedrige Türe ins schummrige Innere des ersten Gebäudes treten. Er ist sofort im Entdeckermodus. Nach einer knappen Stunde Fahrt von Kreuzberg Richtung Osten sind wir am Ende einer Straße am Museumspark in Rüdersdorf angekommen. Was uns zuerst überrascht: Es sind kaum Leute hier. Nur 15 Kilometer vor den Toren Berlins hätte ich mehr Betrieb erwartet.

Das Thema: Der Kalkabbau. Im riesigen traditionsreichen und bis heute aktiven Tagebau kann man sich einer geologischen Führung anschließen und selbst nach Fossilien graben. Das war eigentlich unser Plan. Doch wir vergessen die Zeit und verpassen die geologische Führung, während wir das weitläufige Gelände erforschen – ein Grund um wiederzukommen.

Museumspark Rüdersdorf mit Kind - Rumfordofen

Museumspark Rüdersdorf mit Kind - Rumfordofen innen

Mit Kind auf Entdeckungstour durch Kalkbrenner-Öfen

Das erste Gebäude, das unsere Neugier weckt, sieht von außen aus wie eine Trutzburg. Es ist aber ein Kalkbrenner. Als wir ins düstere Innere gehen, greift mein Sohn nach meiner Hand. Wir laufen im Kreis rund um den ehemaligen Brennofen herum, erst unter der Erde, dann ebenerdig und schließlich noch eine Etage höher. Info-Schilder erklären, was auf den einzelnen Etagen jeweils passierte.

Nachdem mein Sohn erkundet hat, wo die Gleise für die Lorenbahn lang laufen, steigen wir unter Kastanien einen Trampelpfad hoch auf die Abbruchkante. Von dort oben kann man in den aktiven Steinbruch gucken. Das Gelände ist riesig. Für Besucher ist es aber nur im Rahmen der Führungen geöffnet.

Wir gehen weiter auf Entdeckungstour durch andere historische Brennöfen, ein Brückengebäude mit einer eigenartigen Holzdachkonstruktion und einen Glockenturm, bevor wir ein gigantisches Stahlgerüst vor uns entdecken. Auch mit einer Seilbahn wurde der Abraum des Kalkabbaus in Loren abtransportiert. Die Reste der Seilbahnumlenkstation können wir uns aus der Nähe und von oben ansehen. Der Lack ist abgeblättert. Sie strahlen den Charme vieler Lost Places aus, sind aber gesichert.

Museumspark Rüdersdorf mit Kind - Bohlenbinderhaus

Dinosaurierknochen im Museumspark Rüdersdorf mit Kind

Auf dem Rückweg zum Eingang kommen wir noch an einer Sammlung historischer Bagger, Kräne und Walzen vorbei. Auch ein Tiergehege mit Pony, Ziegen und Hühnern gehört zu dem Museumspark-Gelände, das sich am Straußberger Mühlenfließ entlang zieht. Auf der anderen Seite der Wasserstraße liegen noble Villen mit Motorbootanlegestellen. Vor einer Regenhusche flüchten wir uns in das interessante kleine Museum, das unter anderem versteinerte „Dinosaurier“-Knochen aus dem Steinbruch beherbergt. Es erzählt nicht nur Ur-, Früh- und Vorgeschichte, sondern auch die Kulturgeschichte des Kalkabbaus in Rüdersdorf im 18. Und 19. Jahrhundert.

Mit dem GoKart erkunden wir den Rest des Geländes (3 Euro pro Sitz und Stunde). Bergauf und bergab rattern wir über Kopfsteinpflaster – und ich bin zu allem Übel Beifahrerin. Zwischendurch steige ich lieber aus und laufe. Doch dann hält uns die große Schachtofenbatterie aus dem 19. Jahrhundert am Ende des Geländes mit ihren drei spannenden Etagen so lange auf, dass wir den Rückweg zum Eingang ganz schnell mit dem GoKart machen müssen. Das riesige Gebäude ist nach der Seilbahnanlage ein weiteres Highlight bei meinem Besuch im Museumspark Rüdersdorf mit Kind, und ich hätte gern noch mehr Zeit dafür gehabt. Noch ein Grund, wiederzukommen.

Museumspark Rüdersdorf mit Kind - Lore in der Schachtofenbatterie

Museumspark Rüdersdorf mit Kind - Walze, Bagger, Kräne

Das unterwegsmitkind-Fazit

Der Museumspark Rüdersdorf ist ein Ort mit einer ganz besonderen Ausstrahlung. Nicht umsonst wird er zu den bedeutendsten Industriedenkmlern Deutschlands gezählt. Ähnlich dem Baumkronenpfad Beelitz-Heilstätten zeugt er vom Glanz und vom Elend vergangener Tage, doch ganz so verwunschen wirkt er nicht.

Es lohnt sich, einen ganzen Tag für den Museumspark Rüdersdorf mit Kind einzuplanen. Der Erlebnisfaktor ist für klein und groß gleichermaßen hoch – auch ohne Führung. Die geologische Führung in den aktiven Tagebau dauert zwei Stunden. Dafür muss man sich anmelden. Wir empfehlen, dafür einen Extrabesuch einzuplanen oder wirklich früh zu kommen, damit die Zeit ausreicht.

Öffnungszeiten, Eintrittspreise (Erwachsene 5€, Kinder 3€), Termine und weitere Infos: museumspark.de

2 Kommentare

  1. Da will ich schon ewig hin, war aber noch nie da!
    Aber der Beitrag gibt mir neuen Ansporn, endlich nach Rüdersdorf zu fahren.
    Von meiner Haustür bis zum Park sind es tatsächlich nur 35min, ich sollte mich eigentlich schämen, dass ich da noch nie war.

    Viele Grüße
    Marc

    • Hihi, da gehts dir wie es mir so lang ging, Marc.
      Ich wollte da auch schon seit JAHREN hin – und würde nun tatsächlich gleich nochmal hinfahren. Nächstes Mal mit Ausgrabungstour in dem riesigen Tagebau.
      Liebe Grüße
      Angela

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