Sieben Tipps für entspannte Fernreisen mit kleinen Kindern

Traumziele liegen meist nicht eben um die Ecke. Doch mit kleinen Kindern weit zu reisen kann anstrengend sein. Denn eine Reise setzt gewohnte Abläufe außer Kraft. Je länger die Anreise dauert, desto größer das Risiko, dass die Stimmung kippt. Wenn dann noch Jetlag und fremde Umgebung hinzukommen … kann trotzdem alles wunderbar werden. Hier findet ihr Tipps für entspannte Fernreisen mit kleinen Kindern.

Grundbedürfnisse stillen

Tipps für entspannte Fernreisen mit kleinen KindernGetränke und Snacks im Tagesgepäck ersparen Gequengel unterwegs. Klar, dass das Kind gerade dann Durst kriegt, wenn das nächste Café am weitesten weg ist. Und von wegen gut gefrühstückt. An manchen Tagen knurrt der kleine Magen schon kurz nach dem Losgehen wieder. Weil Getränke schon genug wiegen, sind Eltern gut beraten bei den Snacks an Gewicht zu sparen – vor allem wenn sie allein mit Kind unterwegs sind. Bewährt haben sich bei uns Hirseflocken (vor allem die mit Erdnussgeschmack), getrocknete Früchte, Früchte- und Müsliriegel, Butterkekse und Studentenfutter. Erstaunlich gut kommt auch ein belegtes Brot an, wenn es mit Salat und Gurke geschmückt ist. Achtung: Auch Bewegung zählt zu den Grundbedürfnissen von kleinen Kindern. Der Sohn ist im Alter von knapp zwei Jahren im Flieger nach Kuba geschätzte vier Stunden lang den Gang auf und ab gebraust – keinen hats gestört. Nur die erste Klasse war tabu.

Keine Scheu vor elektronischen Helfern

Tipps für entspannte Fernreisen mit kleinen KindernVerantwortungsvolle Medienerziehung hin oder her: Auf langen Fahrten und Flügen ist Fernsehen uneingeschränkt erlaubt. Wenn es nun mal absolut nichts zu tun gibt, alle Spiele zehnmal gespielt sind und immer noch Sitzenbleiben angesagt ist, dann darf ein eventuell vorhandener Bildschirm auch genutzt werden – egal wie klein ist. Auch auf das Smartphone lassen sich Kinderfilme laden, besser ist natürlich ein Tablet. Auf dem amerikanischen Kontinent sehen Eltern aller Nationalitäten das ohnehin gelassen. Viele nutzen den elektronischen Babysitter nicht nur auf Strecken, sondern auch im Restaurant, damit sie selbst und die anderen Gäste ungestört zu Ende essen können, während der Nachwuchs nachdem er alles hineingeschlungen hat, überschießende Kräfte spürt. Der zurückhaltende Umgang mit electronic devices in der Kindererziehung ist wohl sehr europäisch.

Mut zum „Vergessen“

Tipps für entspannte Fernreisen mit kleinen KindernDas Kind hat einen Riesenberg Spielzeug aufgehäuft, das mit muss, aber selbst der größte Familienkoffer ist zu klein? Vergessen hilft. Ich hatte bei der letzten Flugreise fast den ganzen Mini-Fuhrpark „vergessen“, und er wurde nicht vermisst. Der Sohn hatte ihn nämlich auch vergessen. In der neuen Umgebung gab es viel zu viel Interessantes, als dass das alte Spielzeug noch angesagt gewesen wäre. Ausnahme: Das Lieblingskuscheltier und einige kleinformatige Beschäftigungsmöglichkeiten. Mini-Puzzles, Mini-Memory, Kartenspiele, Stifte und Papier dürfen auch mit in den Flieger und ins Restaurant.

Nur die Ortszeit gilt

Putzmuntere Prinzen und Prinzessinnen nachts um drei, todmüde Nörgelmäuler am schönsten Vormittag? Führt die Familienreise in eine andere Zeitzone, steht anfangs der kindliche Biorhythmus Kopf. Wie sehr der Organismus verrückt spielt, ist individuell verschieden. Es gibt kleine Kinder von nicht einmal zwei Jahren, die nach einer unruhigen Nacht im neuen Takt sind, und solche, die das in zwei Wochen nicht schaffen. Da hilft nur eins: Durchhalten und stur bleiben. Nacht ist Nacht und bleibt das auch. Kein Licht anmachen. Nicht sprechen. Nicht aufstehen. Nicht essen. Zur Ruhe ermahnen. Das hat jedenfalls bei uns bisher immer gut geklappt.

Kinder brauchen andere Kinder

Tipps für entspannte Fernreisen mit kleinen KindernManchmal beneide ich Familien mit zwei oder mehr Kindern. Denn egal wo, eines zeigt sich immer wieder: Kinder brauchen andere Kinder. Nur dann können sie ihre Eltern auch mal in Ruhe lassen und selbst Ruhe vor den Eltern haben. Das wird mit zunehmendem Alter immer wichtiger. Wer nicht ohnehin mit einer befreundeten Familie reist, macht deshalb nichts falsch, wenn er für den ersten Tag an einem neuen Ort eine spezielle Kinder-Action einplant, bei der die Chance besteht, andere Kinder kennenzulernen. Unter Kindern gilt: Sprache egal, Temperament muss passen. Bei der Seilbahnfahrt im Urwald von Monteverde haben wir eine amerikanische Familie kennengelernt, mit der wir spontan den Rest des Tages verbracht haben. Die Kinder haben sich prima verstanden – ohne sich mit Worten zu verständigen.

Man spricht deutsch

Nach knapp drei Monaten in rund 50 verschiedenen Unterkünften stand eines fest: Gefallen hat es dem Sohn dort, wo er verstanden wurde und reden konnte, ohne dass ich übersetzen musste. Die deutschsprachigen Unterkünfte waren für ihn die Highlights auf unserer langen Reise. Ob mir das nun gefällt oder nicht: Es sind die Orte, von denen er heute sagt, dass er da wieder hin will. Trafen wir lange am Stück niemand, der deutsch sprach, kam meist Heimweh auf. Und wenn ich heute ankündige, dass wir wegfliegen, dann sagt er schon vorher, dass er wohin möchte, wo deutsch gesprochen wird. Sprache ist Heimat. Das gilt vor allem, wenn nur ein Elternteil allein mit einem Kind unterwegs ist. Vermutlich schwächt sich der Effekt ab, je mehr Deutschsprachige mitreisen.

Home away from Home

Tipps für entspannte Fernreisen mit kleinen KindernZwei Dinge sollen Eltern ihren Kindern geben: Wurzeln und Flügel. Sagte Goethe. Flügel wachsen ihnen beim Reisen ganz von selbst. Damit ihnen auf langen Reisen die Wurzeln nicht abhanden kommen, hilft ein Stück Heimat unterwegs. Das können Fotos von den besten Freunden oder vom Bett zuhause mit den Kuscheltieren sein. Das kann die Sprache sein (siehe oben). Es sind natürlich auch die Mama und / oder der Papa. Und es kann die Unterkunft sein. Deshalb ist es vor allem mit kleinen Kindern umso leichter zu reisen, je länger man an einem Ort bleibt. Oder man nimmt seine Unterkunft mit. Sehr gute Erfahrungen haben wir mit Wohnmobilreisen gemacht. Diese Form der Rundreise geht auch schon für die Allerkleinsten.

 

Viele weitere Tipps für entspannte Fernreisen mit kleinen Kindern findet ihr im Reisehandbuch für Familien aus dem KidsAway-Verlag oder auf der Homepage kidsaway.de

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Habt ihr auch Tipps für Fernreisen mit Kindern erleichtern? Teilt sie mit uns!

1 Kommentare

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