USA mit Kind: Versteinerte Bäume

Die Wüsten-Nationalparks im Südwesten der USA stehen oft im Schatten des berühmten Grand Canyon. In direkter Nachbarschaft der größten Schlucht der Erde, keine drei Autostunden weiter östlich liegt der deutlich weniger besuchte Nationalpark Petrified Forest. Versteinerte Bäume gaben dem Park seinen Namen. Auf meiner Rundreise durch die USA mit Kind im Wohnmobil war er eines der großartigsten Naturerlebnisse.

Im Wüstensand am Straßenrand steckt die rostige Karosse eines Oldtimers. Als Denkmal der historischen Route 66 von Chicago nach Los Angeles gehört sie bereits zum Nationalpark Petrified Forest. Das erfahren wir im Besucherzentrum Painted Desert am nördlichen Parkeingang. Gut ausgestattet mit allen Infos über den Park und einem Aufgabenbuch für Kinder starten wir auf die knapp 50 Kilometer lange Fahrstrecke durch den Park – und halten schon an der ersten Parkbucht an. Die Painted Desert im nördlichen Teil des Parks leuchtet im sanften Spätnachmittagslicht in allen Farben. Bei einem Spaziergang treffen wir kleine Hasen in den Büschen. Eifrig kreuzt der unterwegsmitkind-Sohn in seinem Buch alles an, was er entdeckt hat. Denn er will Junior Park Ranger werden, und dazu muss er drei Aufgaben lösen.

USA mit Kindern im Wohnmobil Petrified Forest Long Log

Auf direktem Weg fahren wir zum Crystal Forest im südlichen Teil des Parks. Ich zwinge mich, unterwegs keine Fotostops einzulegen. Das fällt mir extrem schwer, denn die Wüstenlandschaften im Petrified Forest sind spektakulär. Doch bald geht die Sonne unter, und vorher wollen wir noch die Namensgeber des Parks sehen. Im Crystal Forest liegen die meisten und größten Exemplare der versteinerten Bäume. Die verschiedenen Mineralien in den rostroten Steinstämmen funkeln wie Edelsteine in weiß, grün, lila. Doch den zweiten Entdeckerspaziergang im Nationalpark beendet der Sonnenuntergang. Schnell weicht die Wärme des Tages der kalten Wüstennacht. Als wir mit unserem Wohnmobil den einfachen und kostenlosen Stellplatz am südlichen Parkeingang erreichen, funkeln über uns schon die Sterne.

USA Kinder Wohnmobilrundreise Petrified Forest Crystal Forest

Im Crystal Forest liegen die längsten der versteinernen Bäume

Geschichte live: Dinosaurierskelette und Felszeichnungen

Einen großen Teil des Parks haben wir uns für den nächsten Tag aufgehoben. Im Rainbow Forest Museum sehen wir uns an, wie die Bäume zu Steinen wurden. Schwer vorstellbar: Zu Zeiten der Dinosaurier war die Wüste um uns herum das Überschwemmungsgebiet eines Flusses. Die Bäume wurden unter Wasser von Sedimenten eingeschlossen und so praktisch gepresst und konserviert. Der Sohn ärgert sich zwar, dass er im Nationalpark keine Steine sammeln darf, ist aber hellauf begeistert von den großen Dinosaurierskeletten im Museum. Als er hört, dass früher Dinos hier gelebt haben, freut er sich darauf, im Gelände auf Spurensuche zu gehen.

USA mit Kind - Petrified Forest - Museum - Dinosaurierskelette

Lebende Pflanzen gibt es nur in wenigen Zonen des Petrified Forest Nationalparks. Doch die vielfältigen Farben und Formen der Felsen faszinieren mich sehr. Ich staune über die Agate Bridge – einen zu blassrosa Achat versteinerten Baumstamm, der ein schmales Tal aus weißen Felsen überspannt. Erdgeschichte zeigt sich am vielfarbigen Schichtgestein der Blue Mesa. Als wir fast allein zwischen den bunten Buckeln in der komplett pflanzenlosen Zone hindurch spazieren, fühle ich mich wie auf einem anderen Planeten. Doch wenige Kilometer weiter zeugen 2000 Jahre alte Petroglyphen und die Mauerreste eines Pueblo-Indianerdorfes von früher menschlicher Besiedlung.

USA mit Kindern - Versteinerter Wald Blue Mesa Arizona

Wir fahren und spazieren immer im Wechsel durch den Nationalpark. Zurück im Besucherzentrum präsentiert der Sohn stolz sein Aufgabenbuch. Drei Aufgaben sind gelöst. Die Rangerin gibt ihm seine goldene Junior Ranger-Anstecknadel und ein Aufnäher-Abzeichen. Dann muss er ihr nachsprechen – kann er nicht, denn er versteht kein Englisch. Also mache ich das für ihn: Wir schwören, uns für den Schutz des Petrified Forest einzusetzen. Das wird kein Meineid werden. Denn dieser Nationalpark hat uns nachhaltig beeindruckt.

Extratipp für Reisen mit Kindern in die Nationalparks der USA:

Der Nationalparkservice bietet in allen Parks sogenannte Junior Ranger Programme für Kinder. In den Besucherzentren gibt es dazu Aufgabenbücher, mit denen die Kinder auf Schnitzeljagden durch die Parks gehen können. In einigen gut besuchten Nationalparks, wie etwa am Grand Canyon, bieten die Park Ranger zudem spezielle Familienführungen. Weitere Infos: https://www.nps.gov/kids/index.cfm

USA mit Kindern - Petrified Forest Route 66

Dieser Beitrag löst ein Versprechen ein, das ich in einem anderen Beitrag gegeben habe. Hast du auch schon mehrere Nationalparks in den USA besucht? Welcher hat dich nachhaltig beeindruckt?

3 Kommentare

  1. Hallo Geli,
    schön dass du darüber berichtest, ich habe mir den Petrified-forest-nationalpark als Idee aufgeschrieben.

    Hier in Deutschland gibt es das Gondwana-Land im Saarland. Das ist eine ganz tolle Dino-Ausstellung aus den verschiedenen Epochen. So richtig, als wäre man damals dort gewesen, mit Nebel, Schwüle und beweglichen Tieren in verschiedenen Räumen und auch einen Wasserfall. Die Internetseite sieht ein bißchen „reißerisch“ aus, aber wenn du mal in der Nähe bist, würde ich dir das Gondwana Land unebdingt emfpehlen. Dort haben sie auch einen Teil eines versteinerten Baumen. Hier der LInk: http://www.gondwana-das-praehistorium.de/index.php/de/

  2. Pingback: Die besten Reiseziele im April #2 Doch kein Städtetrip? – AfiMIA Reise- und Fotoblog

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