Schlechtwetter-Retter für den Familienurlaub im Fichtelgebirge

– 9 Tipps und 2 Erfahrungsberichte –

Das Fichtelgebirge ist im Winter wie im Sommer ein gutes Reiseziel für den Familienurlaub innerhalb Deutschlands. In dem fränkischen Mittelgebirge mit Gipfeln bis 1058 Höhenmeter machen Skifahren und Rodeln genauso viel Spaß wie Wandern und Klettern. Es gibt Wandertouren, Loipen und (Rodel-)Pisten für jedes Alter und jede Kondition, und auch Extremsportler finden ihre Herausforderungen. Nur eines gibt es nicht: eine Wettergarantie. Wer beim Familienurlaub im Fichtelgebirge Wetterpech hat, findet hier ein paar Tipps und Erfahrungsberichte.

Wer den Familienurlaub im Fichtelgebirge verbringt, will meist vor allem eins: die Natur genießen. Doch manchmal sind die Wetterbedingungen derart unangenehm, dass es besser ist, den Naturgenuss zu verschieben und sich nach Alternativen umzusehen. Einige Alternativen haben wir bereits getestet und für gut befunden. Andere stellen wir euch einfach zur Information vor.

Museen für den Familienurlaub im Fichtelgebirge

Sicher ist das Fichtelgebirge kein 1A-Museums-Standort. Dennoch gibt es in diesem entlegenen Winkel Nordbayerns einige wirklich sehenswerte Museen, die weit mehr sind, als ein Rettungsschirm bei Regen. Eines davon ist das Porzellanmuseum. Von den zwei Standorten in Selb und Schönwald kennen wir nur Selb. Doch den Besuch im Porzellanmuseum Selb hat mein Sohn in so guter Erinnerung, dass er schon den Wunsch geäußert hat, dort nochmal hinzugehen.

Anders steht es mit dem landwirtschaftlichen Gerätemuseum in Bergnersreuth. Komischerweise erinnert sich mein Sohn nicht mehr daran. Vielleicht ist die Erinnerung überlagert von all den Aktionen, die beim letzten Besuch während eines Museumsfests stattfanden. Denn eigentlich bin ich fest überzeugt, dass die alten Schlitten, Pflüge, Karren, Kutschen und sonstigen landwirtschaftlichen Gerätschaften genug Faszination entwickeln, um mein Kind einige Stunden lang zu fesseln.

Entenhausen in Lebensgröße

Lange hats gedauert, bis wir endlich ins Erika-Fuchs-Haus / Museum für Comic und Sprachkunst in Schwarzenbach an der Saale gekommen sind. Erika Fuchs? Comic-Fans in Deutschland verdanken ihr die Lustigen Taschenbücher – das heißt im Klartext: die Übersetzung von Donald Duck. Das Museum lädt ein zu einem Besuch in Entenhausen. Dazu hat es im oberen Stockwerk des großflächigen Gebäudes Entenhausen in begehbarer Größe nachgebaut. Nach einem kurzen Einführungsfilm über die Geschichte der Comics betreten wir Entenhausen. Wir laufen durch bunte Kulissen und werden magisch von Dagoberts Geldspeicher angezogen. Mein Sohn genießt es, mit den riesigen Talern um sich zu werfen. Ich studiere den Stadtplan von Entenhausen und den Stammbaum der Familie Duck.

Wenig später sind wir selbst Comicfiguren. Auf einer Spiegelfläche, wie man sie aus Fotoautomaten kennt, erscheinen Sprechblasen. Wir machen die passenden Grimassen dazu – und lachen uns schlapp. Dann geht es umgekehrt weiter: Bilder hängen an der Wand, und die Sprechblasen dürfen wir mit Folienschreiber füllen. Später dürfen wir auch noch Comics vertonen. Zack! Bumm! Zisch!

Eher nebenbei finden wir die Übersetzer-Arbeiten von Erika Fuchs in einer Vitrine. Handschriftlich sind die Bilder nummeriert. Die Nummern hat Fuchs auf ein Blatt übertragen, auf dem mit Schreibmaschine die Dialoge und Kommentare getippt sind. Das sieht nach mühsamer Arbeit aus.

Wilhelm Busch zu Gast

Am Ende finden wir uns in einer riesigen Bibliothek voller lustiger Taschenbücher und anderer Comics wieder. Auch ein paar Prachtausgaben sind dabei. Und ganze Vitrinen voll von Donalds, Daisys, Dagoberts und Ticks, Tricks und Tracks in allen erdenklichen Größen und Materialien. Besonders haben es meinem Sohn die Lego-Figuren angetan.

Im Erdgeschoss wartet noch die Sonderausstellung. Sie ist seit Ende Januar Wilhelm Busch und seinem Schweizer Kollegen Rodolphe Toepffer gewidmet. Ein Raum, so groß wie ein Klassenzimmer, übersichtlich und dennoch vielfältig gestaltet. Ausschnitte aus Briefen bringen die Arbeitsweise der beiden Cartoonisten näher. Auf hölzernen Druckstöcken drucken wir uns selbst einen „Wilhelm Busch“. Wie aus den geschnitzten Linien ein Bild wird, fasziniert den Sohn so sehr, dass er den Versuch mehrfach wiederholt. Dann entdeckt er in einer Vitrine die Pfeife von Lehrer Lämpel und zitiert spontan „Nur die Pfeife hat ihr Ding“. In einer anderen Vitrine liegen und stehen etliche Max und Moritz-Ausgaben in allen Sprachen.

Nach rund einer Stunde verlassen wir das Museum wieder, weil uns das schöne Wetter lockt. Wir haben uns etwas beeilt, hätten aber durchaus mehr Zeit dort verbringen können.

Das unterwegsmitkind-Fazit zum Comicmuseum in Schwarzenbach

Kurzweilig, unterhaltsam, bunt, witzig – das Museum wird der Comic- und Sprachkunst, der es gewidmet ist, absolut gerecht. Es ist großzügig und familienfreundlich angelegt. Um den großen Museums-Shop habe ich kurz nach den Feiertagen einen Bogen gemacht, weil wir dort sonst sicher etwas gefunden hätten.

Weitere Infos: www.erika-fuchs-haus.de

Baden und Saunen

In Weißenstadt hat im Herbst 2016 das Siebenquell Resort eröffnet. Die Außenbereiche des 100.000 Quadratmeter großen Geländes mit Hotel sind noch weitgehend unbegrünt. Unter einer dicken Schneedecke fällt das aber gar nicht auf. Außerdem zählen im Siebenquell ohnehin die inneren Werte. Palmen zieren schon den Eingangsbereich. Mehrere hundert Palmen verschönen das Bad und die Thermenlandschaft.

Mit Kindern ist der Badebereich angesagt. 1500 Quadratmeter Wasserfläche verteilen sich dort auf eine Vielzahl von Becken drinnen und draußen mit Strömungskanal, Sprudelbad und Poolbar. Das schwefelhaltige Wasser ist mindestens 35 Grad warm. Eine Familie mit Kindern im Alter von 8 und 13 Jahren zeigte sich sehr begeistert.

Ich darf mal ohne Kind hin und freue mich deshalb auf die Saunenlandschaft. Zwischen den Feiertagen ist sie gut besucht. Klar, dass die Ruheliegen im Innenbereich und im Ruhe-Stodl nicht reichen, wenn jeder Saunagast eine Liege ganztägig für sich beansprucht.

Sauna-Back und Bergwerksstollen

Der Kampf um die Liegen steht der Entspannung etwas im Weg, doch das Angebot an Saunen lässt keine Wünsche offen. Von 80 bis 100 Grad ist in Fünferschritten jede gewünschte Temperatur mit einem anderen Thema vertreten. So ist etwa das Bergwerk fensterlos mit künstlichem Granit wie ein Schacht gestaltet. Im Sauna-Bäck steht ein Backofen und Backbretter hängen an den Wänden. Die Fischerhütte ist mit einem Fischernetz dekoriert und liegt auf einer Holzplattform im kleinen Teich. Die anderen Themensaunen sind locker um den Teich herum gruppiert.

Im Innenbereich gibt es weitere Saunen, eine Kältekammer und ein Dampfbad. Dort finde ich eine Viertelstunde, bevor das Salzpeeling beginnt, den letzten Platz. Die Prozedur macht die Haut augenblicklich schön zart.

Die Zeit zwischen den Saunagängen vergeht im angenehm warmen Thermalwasserbecken drinnen und draußen. Am Ende genieße ich noch einen Cappuccino im Gastronomiebereich, bevor ich mich in den blickgeschützten, großzügig und in edlem Naturstein gestalteten Duschen auf den Heimweg vorbereite.

Das geht bei schlechtem Wetter im Fichtelgebirge mit Kindern auch

Baden: Weniger spaßige aber taugliche Alternativen sind unter anderem das kleine, komplett unspektakuläre Hallenbad Selb und das Ozonhallenbad in Marktredwitz. Das Selber Hallenbad ist meist wenig besucht und hat einen netten kleinen (Klein-)Kinderbereich. Das Ozonhallenbad in Marktredwitz verfügt über Kleinkind-, Nichtschwimmer- und Schwimmerbecken. Die nächsten Spaßbäder sind in Hof, Bayreuth und Weiden.

Kino: Sowohl in Selb als auch in Marktredwitz gibt es Kinocenter, die nachmittags Kinderfilme zeigen. Das aktuelle Programm ist in der Tageszeitung Frankenpost zu finden.

Eislaufen (nur im Winter): In Selb öffnet das Eis-Stadion der Eishockey-Bundesliga-Mannschaft Selber Wölfe an den Wochenenden und an drei Wochentagen nachmittags für das Publikum. Es gibt einen Schlittschuhverleih und Pylons als Stützen für die kleinsten Anfänger.

Weitere Infos: http://www.selb.de/businesscard/636/4222_eissporthalle_netzsch_arena.html

Shopping im Fichtelgebirge

Ich bin absolut keine Shopping-Queen, aber manche Läden im Fichtelgebirge suche ich immer wieder auf. Dazu gehört „die Schuhfabrik“ in Wunsiedel. Ludwig Schuhe stellt Schuhe für bekannte Marken her. Im angegliederten Laden wird ein breites Sortiment Kinder-, Wander- und Sportschuhe günstig verkauft. Auch die Damenschuhabteilung kann sich sehen lassen. Schön für die kleinen Kids: Es gibt eine kleine Spielhöhle mit Rutsche.

Die Weberei in Breitenbach bei Wunsiedel habe ich lange nicht besucht. Als ich noch Zeit zum Stricken hatte, habe ich dort Schafschurwolle aus der Region gekauft.

Honig gibt es bei vielen Imkern direkt ab der Haustür – einfach auf die gelben Schilder mit dem Bienenkorb achten.

Marktredwitz hat mit dem KEC ein Einkaufszentrum, und in Selb gibt es das Rosenthal-Outletcenter in einer Fabrikhalle.

Und sonst?

Kennt ihr das Fichtelgebirge? Habt ihr weitere Tipps, was Familien dort unternehmen können, wenn das Wetter so gar nicht mitspielen will? Dann hinterlasst einen

 

 

2 Kommentare

  1. Sehr schöner Artikel!
    Empfehlenswert zum Thema Shopping ist in Selb nicht nur das Rosenthal-Outlet-Center, sondern auch noch die Modefabrik (Am Nordbahnhof 3), die u.a. auch eine tolle Auswahl an Kinderkleidung anbietet. Da finde ich eigentlich immer was 😉
    Außerdem gibt es noch das Factory In in der ehemaligen Porzellanfabrik Heinrich.

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