Vorfreude: Sommerurlaub in den Alpen

Diesen Beitrag habe ich mir lange aufgespart. Es ist nämlich so, dass ich schon seit gut vier Wochen vor Vorfreude beinahe platze. Jetzt darf sie endlich raus, die unbändige Freude über unseren Urlaub in den Alpen! Ein feiner, kleiner Roadtrip wird das! Mit fünf Stationen in drei Wochen sind die Ortswechsel nicht zu viele und nicht zu wenig. Bei den Zielen ist alles dabei. Wir fahren in die Berge und an einen See, in die wilde Natur und in eine Großstadt.

Auch die Unterkünfte sind bunt gemischt, aber keine kostet mehr als 50 Euro pro Nacht für mich und den Sohn zusammen – für die Hauptsaison sind das Spottpreise. Klar, dass wir dafür nicht die oberste Luxusklasse geboten kriegen. Aber das brauchen wir auch nicht. Wir freuen uns einfach auf die viele freie Zeit und darauf, Altbekanntes wiederzusehen und Neues zu entdecken. Vor uns liegen das Allgäu, das Dachsteinmassiv, Sloweniens Hauptstadt Ljubliana, das Soca-Tal im slowenischen Triglav-Nationalpark und der Faaker See in Kärnten.

1. Station: Wertach, Allgäu

Das Allgäu haben wir vor drei Jahren für uns entdeckt. Es ist ein Familienwanderparadies, das auch Eltern mit kleinen Kindern richtig tolle Touren bietet (mehr dazu hier). Doch 2013 ist noch viel übrig geblieben, das wir jetzt entdecken können. So sind wir nicht mit dem Alpsee-Coaster gefahren, einer Riesenrodelbahn. Und wir haben keinen der Kletterwälder ausprobiert. Wir haben die Breitachklamm ausgelassen und auch Schloss Neuschwanstein noch nicht gesehen.

Außerdem können wir jetzt, drei Jahre später, schon ganz andere Wanderungen unternehmen. Eine wird uns sicher über den Schmugglersteig führen, der diesmal praktisch vor unserer Haustür liegt. Die Tourenbeschreibung habe ich aus diesen Büchern und sie hat mich schon 2013 gereizt. Und weil es mir rund um Hinterstein damals so gut gefallen hat, würde ich von dort aus gern die erste Ganztagestour mit Kind zu einer Hütte starten. Alles weitere lassen wir auf uns zukommen.

Allgäu - Wandern mit kleinen Kindern - Burmiwasser - Kanzelwand

Topp Familientour: Kanzelwand mit Burmiwasser im Allgäu / Kleinwalsertal

2. Station: Dachstein, Österreich

Am Dachstein war ich zuletzt, als ich sieben Jahre alt war. Meine Eltern waren grundsätzlich auf Wanderurlaub programmiert. Deshalb kenne ich aus meiner Kindheit fast die gesamten Alpen. Vieles habe ich vergessen, aber der Urlaub am Dachstein ist mir in herrlicher Erinnerung. Wir waren damals mit einer ganzen Gruppe von Familien und vielen, vielen Kindern unterwegs. Manchmal durften die Kinder an der Unterkunft bleiben und spielen oder basteln, während die Eltern wandern gingen. Alle zusammen sind wir aber hoch zum Dachstein gestiegen. Über Almwiesen und Kuhweiden, kleine Bächlein, ein Geröllfeld und durch Felsen ging es zum Gipfel mit Blick auf den Gletscher.

Ich weiß noch heute, wie mich der Gletscher beeindruckt hat. Jetzt will ich sehen, was der Klimawandel davon übrig gelassen hat und meinem Sohn den ersten Gletscher in seinem Leben zeigen. Ob wir wirklich hinauf laufen, werden wir vor Ort entscheiden. Vielleicht sparen wir uns die Kräfte, die der Aufstieg fordern würde, und machen lieber oben eine Tour, um den Gletscher zu erkunden.

3. Station: Ljubliana, Slowenien

Slowenien? Slowenien. „Hach, Slowenien!“, schwärmt Lena von family4travel.de und setzt ein Herzchen dahinter, als ich sie auf Facebook nach ihren Erfahrungen frage. Slowenien, das ist dieses kleine Land südlich von Österreich, das von den Alpen bis zur Adria reicht und zwischen Italien und Kroatien auch ein winziges Stück Küste hat.

Für uns ist Slowenien Neuland. Doch je mehr ich darüber erfahre, desto mehr glaube ich, wir hätten uns auch zwei Wochen oder länger Zeit für dieses kleine Land nehmen können. Denn es hat viel zu bieten. Die Hauptstadt Ljubliana scheint alle zu begeistern, die sie kennen. Lena kommt zu dem Fazit: „Ljubliana ist eine Stadt im Aufbruch. Die Entwicklung geht in die richtige Richtung. Es lohnt sich, mal vorbeizuschauen.“ (mehr über Ljubljana bei family4travel.de)

Beim Vorbeischauen werden wir es tatsächlich für dieses Mal belassen. Mitte August bergen Stadtbesichtigungen auf dem Balkan die Gefahr, dass man vor Hitze nur noch flirrende Luft und die Fata Morgana eines Schwimmbads sieht. Dieses Risiko will ich nur für einen Tag eingehen. Außerdem hat Ljubliana gerade mal 250.000 Einwohner. Das spricht dafür, dass ein Tag für einen ersten Eindruck genügt.

Slowenien - Sommerurlaub Alpen mit Kind

4. Station: Soca-Tal, Slowenien

Soca-Tal – nie gehört? Mag sein, aber gesehen bestimmt. Denn die Bilder der türkisblau leuchtenden Soca sind quasi weltberühmt. Diese Bilder waren es, die mein Fernweh nach Slowenien geweckt haben. Der wilde und naturnahe Abschnitt des Gebirgsflusses durchzieht im Westen Sloweniens den Triglav Nationalpark in den Alpen. Diese Gebirgslandschaft soll ganz anders sein als die deutschen, österreichischen oder italienischen Alpen. Ich bin gespannt.

5. Station: Faaker See, Kärnten, Österreich

Noch ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten. Nach Aussagen meiner Mutter war ich genauso alt wie der Sohn jetzt, als wir unseren Familienurlaub zu viert am Faaker See verbracht haben. Diesen Urlaub habe ich in allerschönster Erinnerung. Das mag vielleicht daran liegen, dass es da mal nicht nur um Wandern ging, sondern wir ganz viel Zeit mit Baden und Schlauchbootfahren verbracht haben.

Außerdem habe ich mich damals in das Minimundus am Wörther See verliebt. Die kleinen Nachbauten berühmter Bauwerke aus der ganzen Welt haben mir das Gefühl gegeben, ich sei groß, und das war einfach ein tolles Gefühl. Das gönne ich auch dem Sohn. Genau wie den kristallklaren See mit dem herrlichen Blick auf die Karawanken.

Ein bisschen sorge ich mich noch, ob wir es dort überhaupt schaffen, etwas zu unternehmen. Denn wir übernachten auf einem Ferienbauernhof mit Tieren und Spielgeräten und wahrscheinlich auch etlichen anderen Kindern – kurz: mit den besten Voraussetzungen, um die Unterkunft gar nicht groß zu verlassen.

Kaernten-Sommerurlaub Alpen mit Kind

Reise in die Kindheit

Unser kleiner Roadtrip wird für mich auch eine Reise in die Vergangenheit. Immerhin zwei der Orte, die wir besuchen werden, kenne ich aus meiner eigenen Kindheit. Und weil Lena von family4travel.de gerade in einer Blogparade Meine Reisen als Kind nach Urlaubserinnerungen aus der Kindheit fragt, erzähle ich hier noch etwas mehr:

Der Urlaub am Faaker See ragt ebenso aus den Urlaubserinnerungen meiner Kindheit heraus wie der Urlaub am Dachstein. Beide Urlaube habe ich ausnehmend schön in Erinnerung. Das mag daran liegen, dass ich dort nicht so viel wandern musste wie in den meisten anderen Urlauben. Ja, als Kind MUSSTE ich wandern. Jetzt WILL ich es. Wie das wohl meinem Kind gehen wird? Ich hoffe, wir kriegen die richtige Mischung aus Kinderspaß mit Wasser, Tieren oder anderen Kindern und Elternvergnügen mit Wandern und Bergsteigen hin. Damit das Kind unseren Sommerurlaub in den Alpen in genauso guter Erinnerung behält wie ich Kärnten und den Dachstein.

Kind beim Wanderurlaub1970erJahre

Weder Kärnten noch Dachstein, aber Wanderurlaub in den Alpen als Kind.

5 Kommentare

  1. Oh, das klingt super!! Da wünschen wir euch viel Spaß!
    In Wertach habe ich das Skifahren gelernt, lag nur 3 Autostunden von zuhause entfernt… lang, lang ist’s her… Und der Faaker See, das Kärntner Meer wie man hier offenbar sagt, scheint der absolute Knaller zu sein. Ja, wir haben auch gerade das „Problem“, dass wir die Kinder ab und zu nicht vom Hof bekommen… 🙂

    Schönen Urlaub und liebe Grüße aus Kärnten,
    Hartmut

    • Danke, lieber Hartmut! Euch noch eine gute Zeit in Kärnten! Wenn es nur annähernd so schön ist, wie ich es in Erinnerung habe, wird das ein echtes Highlight am Schluss des Roadtrips. Liebe Grüße Gela

  2. Pingback: Aufruf zur Blogparade: Meine Reisen als Kind - family4travel

  3. Wunderschöne Bilder. In die Alpen möchte ich auch schon lange mal wieder. Das werde ich für nächstes Jahr auf jeden Fall mal angehen.

    Herzlich,
    Anna

    • Liebe Anne!
      Die Alpen sind wirklich immer wieder eine Reise wert! Viel Spaß bei deiner Tour im nächsten Jahr.
      Liebe Grüße
      Gela

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